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Politik & Wirtschaft - News Wichtige Themen unserer Zeit * Aktuelles * Diskussionen rund um diese Themen

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  #1  
Old 14.06.2008, 12:03
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Default Bildung Für Alle

Moin -

BILDUNG FÜR ALLE

Schön wär´s – oder? Es wird bei Lippenbekenntnissen bleiben – außerdem nicht realistisch und somit nicht umsetzbar.

Ich persönlich bin deswegen weniger optimistisch. Und das aus 3 Gründen:
  1. Leider hat nicht jeder die Voraussetzungen und das Potenzial einen Bildungsgrad zu erreichen der nötig wäre, um die betreffende Person im Verlaufe ihres Lebens vor Arbeitslosigkeit und somit vor sozialem und wirtschaftlichen Abstieg – unter heutiger Betrachtungsweise entspräche dies HARTZ IV, im eskalierten Falle selbst noch darunter – zu schützen. Die intellektuellen Fähigkeiten sind einfach nicht vorhanden.
  2. Es gibt durchaus Personen die befähigt wären aus ihren Talenten essentiell mehr zu machen, tun dies aber aus Faulheit, Bequemlichkeit und aus sonstigen niederen Beweggründen nicht – und verfallen somit ebenfalls in den Bereich einer Dauerkrise und ev. auch in die Armut – und arrangieren sich sogar damit.
  3. Dann ist es schon aus historischen Gründen in Deutschland üblich immer jene zu bevorzugen und elitär zu bilden, die aus den so genannten „besseren“ Häusern kommen. Die üblichen Verdächtigen sind also die Söhne und Töchter
  • der traditionellen Blaublütler und deren assoziierten Freunde,
  • die gehobenen Mittelständler mit ihren Kanzleien, Firmen und sonstigem, nicht unerheblich großem Grund- und Kapitalbesitz,
  • natürlich der Nachwuchs der Firmenaristokraten, der großen DAX-Unternehmungen und anderer großer multinationaler Firmen
  • und last but not least die ewigen Erben von Millionen- und Milliardenvermögen.

Die in Punkt 3 erwähnten Personenkreisen im Schulterschluss ihrer ureigenen Lobby sind diejenigen – über Generationen hinweg – mit der besten und weit reichenden Bildung. Ist ja auch nachvollziehbar, kann sich dort doch niemand einen authentischen Dumm- und Blödkopf leisten. Und sollte mal jemand etwas weniger Talent haben, so wird er trotzdem zum Erfolg geprügelt.
Innerhalb dieser Kreise sind auch immer wieder jene zu finden, die am Kapitalmarkt die Räder drehen und die ihresgleichen auf den Weg des nationalen und internationalen Erfolges bringen - und halten.

Klar – es gibt immer Ausnahmen und somit auch hoch gebildete Persönlichkeiten, die nicht aus Punkt 3 stammen. Doch dort war sicherlich der individuelle Ehrgeiz das Hauptmerkmal für eine solide akademische Bildung und somit für eine weitgehend sichere Zukunftsplanung. Da ist Respekt angesagt - Hut ab.

Schwer zu sagen, wie viel Prozent gemessen an der Gesamtbevölkerung letztlich Defizite am Bildungsgrad haben. Doch ich würde Mal meinen, dass irgendwo zwischen 50-70% an unzureichender Bildung „leiden“. Dort herrschen Defizite; und zunehmend (mutmaßlich) immer mehr. (Einbürgerungsprobleme, Migranten etc. gehören auch dazu)

Die Anforderungen an Bildung und Wissen und speziell benötigtem Wissensstand wird aber von Jahr zu Jahr größer – doch leider kann diese Tatsache nicht adäquat vollumfänglich kompensiert werden. Von woher denn?

Noch bis in die 8-ziger Jahre hinein waren Handwerksberufe und auch andere Jobs im mittleren Bildungsbereich noch gut angesehen und waren gesucht. Die Bezahlung war auch ok bis teils sogar sehr gut. Innerhalb der letzten gut 15 Jahre hat sich dies jedoch kolossal verändert.

Heute werden fast alle jene ausgesiebt, die kein Abitur haben. Das heißt, Abitur (oder ein äquivalenter Abschluss) ist das Mindeste, was ein junger Mensch auf der Suche nach einem Job vorweisen muss – ansonsten sieht es düster aus. Und wer nur einen Hauptschulabschluss hat, egal ob jung oder älter, kann und sollte sich schon freiwillig einen Grabstein suchen. Allerdings auf dem Armenfriedhof der Namenlosen. So sieht die Realität aus bzw. so wird sie explizit in einigen Jahren aussehen.

Die Zukunft heißt Bildung mit Universitäts- oder Fachhochschulabschlüssen.

Also – klar – Bildung für alle ist und wäre eine feine Sache. Doch wie oben schon angerissen, gleichsam unmöglich.

Die damit wahrscheinlich zwangsläufig ansteigende Kriminalität – tja – das ist ein anderes Thema und wäre ein anderer Thread wert.

BS77

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  #2  
Old 14.06.2008, 12:20
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Interessant wäre bei dieser Diskussion mal ein Instrumentarium, mit dem man die objektiv messbaren Bildungsunterschiede zwischen einem gehobenen Schulabschluss heute und einem mittleren Schulabschluss vor 30 Jahren vergleichen könnte.
Man meint immer gern, die Jugend heutzutage verblödet und das Bildungsniveau wird weiter abgesenkt, um die Notendurchschnitte soweit im Rahmen zu halten, damit es nicht sofort ins Auge fällt.
Fraglich ist, ob das wirklich den Tatsachen entspricht, oder nur eine Wahrnehmungstäuschung der "Älteren" ist.
Mir ist bisher kein sinnvoller Vergleich dazu unter die Finger gekommen.





Bluesgruß
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  #3  
Old 14.06.2008, 18:25
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Default Sag mal Blues,

meinst du das Bild etwa zynisch
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Man kann 20 Jahre die gleichen Fehler machen und dies dann 'Erfahrung' nennen
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  #4  
Old 15.06.2008, 12:17
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Default Na gut... Ich erkläre mal einen Witz:

Schauen wir doch erstmal hin, was man auf dem Bild da oben sehen kann:

Bildbeschreibung:

Zu erkennen sind 2 geparkte Autos aus der Rückansicht.
Zu linker Hand ein Porsche Carrera Cabrio in schwarz, zur rechten ein Volkswagen Golf 2 in altweiss.
In beiden Fahrzeugen wurde jeweils ein Zettel auf der Innenseite der Heckscheibe angebracht, auf denen die jeweiligen Schulabschlüsse der Fahrer, bzw. Eigner dieser Fahrzeuge angegeben sind.
Der Porsche gehört demnach einem Menschen mit mittlerem Schulabschluss, der Golf wohl einem Menschen, der vor kurzer Zeit sein Abitur absolviert hat.

Was mag der Fotograf uns damit sagen wollen ?

Kurzinterpretation:

1. Porsche:
Der Porsche steht als Statussymbol für wirtschaftlichen Erfolg. Ihn besitzen zu können erfüllt den Fahrer in der Regel mit Stolz und bedeutet im Allgemeinen, dass der Fahrer es geschafft hat, sich eine solide wirtschaftliche Basis zu erarbeiten (oder aus reicher Familie zu stammen. Diesen Denkansatz wollen wir ebenso vernachlässigen, wie die Hypothese, es könne sich um einen Lottogewinner handeln).
Der Porsche sagt aus: „Ich habe es geschafft! Ich bin stolz auf meine Leistung!“
Eine einfache, schlichte, klare Botschaft.
Zum Schild komme ich im weiteren Verlauf.

2. Volkswagen:
Der Golf2 steht für das Mittelmaß, für biedere, vermeintlich solide Massenware und nicht zuletzt für die deutschen Tugenden Vernunft, Beständigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Der Golf2 ist das Reihenmittelhaus unter den Eigenheimen.
Er ist zweckmäßig und erweckt wenig Emotionen (wenn man ihm nicht mittels Tuning Feuer unterm Arsch macht und eine akzeptable Optik anbaut, was an speziell diesem Fahrzeug nicht der Fall zu sein scheint).
Ihn zu besitzen gelingt Millionen anderen Menschen ebenfalls.
Er ist ein Massenartikel und adelt seinen Besitzer nicht, noch schmeichelt er ihm.
Der Golf als Fahrzeug allein sagt aus: „Ich bin ein absolut durchschnittlicher Mensch!“
Die aussagelose Farbe und der wenig gepflegte Gesamteindruck unterstreichen dies noch.

Das Schild mit der schlichten Aufschrift: „ABI 2001“ im Heck des Wagens deutet an, dass ein junger Mensch diesen Wagen fährt, der noch keinen beruflichen Werdegang absolviert hat und auch noch keinen wesentlichen, protzfähigen wirtschaftlichen Erfolg verbuchen konnte.
Das Schild sagt dennoch ebenfalls aus: „Ich habe es geschafft! Ich bin stolz auf meine Leistung!“

Exkurs:
Unter jungen Menschen ist es weitaus üblicher, seine Potenz auf dem Wege zu demonstrieren, seine Fahrzeuge mit Botschaften in geschriebener Form auszustatten. Üblich sind Botschaften wie beispielsweise:
  • Du siehst es nicht sponatn, daher schreib´ ich´s hin: Mein Autoradio hat mehr gekostet, als der ganze Wagen, ich bin also ein Spielkind und weiss noch nicht, worauf es im Wesentlichen ankommt – „Pioneer, Alpine, Kenwood, Sony, etc.“
  • Ich suche Anschluss, bin aber ein Volltrottel – „Ich bremse auch für Frauen“
  • Ich nehme alle, auch die Unrasierten – „No Atomstrom in my Wohnhome“
  • Ich hab mir ´ne teure Rechtschutzversicherung andrehen lassen – „Fahr näher auf, ich kann die Kohle brauchen“
  • Ich träume gern mal vom großen Geld, glaub aber nicht dran, das jemals zu besitzen – „Wenn ich groß bin, bin ich ein Ferrari (vorzugsweise auf qualitätsdefizitären Fiats bei besonders sparsamen Leuten zu finden)
  • Etc.
Unter gesetzteren Personen ist diese Form der Botschaftsentsendung meist weniger üblich, was unter anderem mit der Bindung an eine/n Partner/in zu begründen ist. Dies führt uns zum Witz des Bildes, den man im Schild des Porsche erkennen kann

3. Die Botschaft auf dem Zettel im Porsche:

Die Botschaft im Porsche vermittelt den Eindruck, dass der Fahrer sich trotz weniger qualifiziertem Schulabschluss einen höheren, angeseheneren Stellenwert in der Gesellschaft erarbeitet hat, als es der Abiturient bisher geschafft hat.
Es ist davon auszugehen, dass das Porsche-Schild eine ironische Reaktion auf das Schild im Golf darstellt.
Sie bezeugt einerseits den Witz des Porschefahrers, andererseits auch die Überlegenheit des Alters und der Lebenserfahrung, die den Besitzer Folgendes gelehrt hat:
Eine ordentliche Schulausbildung ist nur die Grundlage. Es kommt im Wesentlichen darauf an, was man daraus macht. Diese akademischen Arroganz geht mir (dem Porschefahrr ohne Abitur) auf die Nerven und ich mache mich über all diese neunmalklugen Schlaumeier lustig, denn das, was im Leben für mich zählt, konnte ich auch ohne Abitur und nachfolgendem Studium durch Arbeit erreichen.

Eine weitere Interpretationsmöglichkeit zur Aussage auf dem Schild wäre diese:

Dein Abitur 2001 ist im Gegensatz zu meiner mittleren Reife nichts (mehr) wert.
Dies entspricht meiner Interpretation, als ich das Foto hier zum Thema "Bildung für alle" eingestellt habe.

Und nun zu Deiner Frage, sun:

Quote:
Originally Posted by sun6262 View Post
meinst du das Bild etwa zynisch
Ja.
Wie sonst ?
Sowas mach ich doch (fast) immer hier...


sonntäglichen Bluesgruß
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Last edited by BluesB4Sunrise; 15.06.2008 at 12:21..
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  #5  
Old 15.06.2008, 12:27
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Quote:
Originally Posted by BluesB4Sunrise View Post
Diese akademischen Arroganz geht mir (dem Porschefahrr ohne Abitur) auf die Nerven und ich mache mich über all diese neunmalklugen Schlaumeier lustig ...
Korrektur:
Diese akademische Arroganz geht mir (dem Porschefahrer ohne Abitur) auf die Nerven und ich mache mich über all diese neunmalklugen Schlaumeier lustig...

PS:
Für die Erwähnung weiterer (Tipp)fehler bin ich wie immer dankbar.

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  #6  
Old 15.06.2008, 13:01
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uaaaah nääääääää...
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Wer Tiere liebt muss viele Menschen hassen !
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  #7  
Old 15.06.2008, 13:41
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Moin

Servus – BluesB4Sunrise

Respekt, saugeiles Statement –

Endlich mal eine Aussage, die von der Wirklichkeit nur wenige Millimeter entfernt ist.

Nur nebenbei noch das Folgende:
Ein Abitur von heute hat natürlich mit einem aus den 80er oder 70er Jahren verglichen, mehr inhaltlichen Wert. Auch die Ausbildung zu einem Handwerksberuf oder beispielsweise ein Studium der Betriebswirtschaft hat eine andere Kennung als entsprechende Studiengänge von früher. Doch das ist völlig normal, geht der Umfang des Wissens ja weiter und neue Erkenntnisse und Forschungsergebnisse geben sich die Klinke in die Hand.

Trotzdem – alles einzig und alleine nur an einem akademischen Grad (natürlich ist es nie schädlich einen zu besitzen) festzuzurren um ein gesellschaftliche Dogma zu formulieren, das dann sagen soll „Hallo Deutschland, wir brauchen und fördern nur noch Diplominhaber und Doktoren – alle anderen bitte zur Entsorgung beim Sozialamt melden“ – das halte ich nicht nur für übertrieben, sondern gesellschaftlich nicht tragfähig und menschenverachtend.

Denn – es gibt sehr viele Nichtakademiker mit solidem Leistungspensum und dem damit erreichten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg. Und es gibt z.B. Dr.-Ing´s. – die, warum auch immer, keine Reichtümer erwirtschafteten, ihre Jobs verloren und Taxi fahren.

Als ich noch für Porsche arbeitete (90er Jahren) gab es mal nen „coolen“ (ironischen) Spruch der da lautete, dass selbst die Pförtner bei Porsche ein abgeschlossenes Ingenieurstudium haben, ansonsten gäbe es dort keinen Job.

Ich meine beobachtet zu haben, dass insbesondere die deutsche Seele sehr großen Wert auf astreine Zeugnisse, auf sozialen Stand und Herkunft und auf einwandfreie Referenzen legt. Nur kleien Abweichungen davon, können die berufliche und soziale Karriere schon äußerst negativ beeinflussen. Der dahinter stehende (nicht immer einwandfreie) Charakter spielt da aber weniger eine Rolle. Und das es auch Personen/Leistungsträger gibt oder gäbe ohne akademische Vorbildung, das wird nicht zur Kenntnis genommen (weil halt die Papiere dazu fehlen) – und dadurch bedingt vergeigt man oft brach herum liegendes Potenzial und auch Kapital und schiebt die Nichtakademiker zu oft in die Schublade der Ahnungslosen und Dummen. Ab in die Nische der Billigjobs.

Die Deutschen sind immer noch vom Obrigkeitsgedanken (Ehrfurcht und Demut vor dem nächst höheren „Dienstgrad“) erfasst und erkennen dadurch kaum die eigene und eigentliche Leistungsfähigkeit.

Und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es auch noch einige Generationen so bleiben, ggf. auch für immer.

BS77
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  #8  
Old 15.06.2008, 17:12
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Default Deutsche Seiteneinsteiger haben es schwer

Moin

Hier hab ich noch etwas passendes zum angesagten Thema/Thread gefunden.

http://nachrichten.t-online.de/c/15/35/54/44/15355444.html

Deutsche Seiteneinsteiger haben es sehr schwer

>> Für Fachkräfte ohne klassisches Abitur ist es in Deutschland besonders schwer, ein Hochschulstudium zur Weiterqualifizierung aufzunehmen. Dies zeigt der neue, noch unveröffentlichte "Europäische Studentenreport". Im Vergleich mit 22 anderen EU-Staaten belegt die Bundesrepublik dabei einen der hinteren Plätze.


Während in Schweden 36 Prozent der Studierenden nicht über ein Abitur verfügen, sondern sich im Beruf für die Hochschulausbildung qualifiziert haben, sind dies in Deutschland lediglich fünf Prozent. Damit liegt Deutschland im EU-Vergleich auf einer Ebene mit Lettland. . . . usw. <<

Auch ich bin ein so genannter „Seiteneinsteiger“ (mit Abstrichen) gewesen.

Ich „oute“ mich Mal:
Schulausbildung: mittlere Reife – dann Werkzeugmacher gelernt – dann in Abendschule die Fachhochschulreife erworben – dann mit Mitte 20 Studium (FH) Maschinenbau aufgenommen, spätere Fachrichtung Umformtechnik – dann nur kurze Zeit (gut 2 Jahre) als Projektingenieur gearbeitet – dann mit 32 Jahren die Selbständigkeit angestrebt und auch realisiert – bis heute.

Heute, so sehe ich das, ist es noch schwerer als damals und bedarf noch größerer (Kraft)-Anstrengungen.
Diese Gesellschaft baut nicht mehr auf einen durchaus anstrebenswerten Pragmatismus, nein – nur das Elitäre und das damit in Zusammenhang zu bringende Kapital zählt noch etwas.
Heute muss man Dipl.-Wirtsch.-Ing. sein (besser mit Promotion) oder Jurist oder ein genereller Wirtschaftsspezialist (z.B. Investmentbanking o.ä.) mit min. 3 Fremdsprachen in fast muttersprachlicher Qualität oder ein IT-Experte internationaler Ansprüche.
Alles andere (Niedrigere) wird schon skeptisch und mit suspekter Mine gegenüber einem Jobbewerber quittiert. Wie sollen dann viele andere, durchaus begabte Leute in Job und Würde kommen, wenn man im Vorfeld davon ausgeht die taugen nichts, nur weil ein Universitätsdiplom fehlt?

Zum Kotzen. Man kann sich immer mehr für dieses Land schämen. Ich persönlich könnte sagen, LMAA und mach mein Ding. Doch so bin ich nicht gestrickt. Mich interessiert diese Sachlage und die Frage – wohin geht dieses Land (noch)?

BS77

(Hoch lebe der MC)

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