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Ernste Diskussionen Themen mit etwas mehr "Tiefgang", welche weder so richtig in "Smalltalk" noch in "Politik & Wirtschaft" passen

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  #11  
Old 22.11.2009, 22:09
sun6262's Avatar
sun6262 sun6262 is offline
Profilneurosenpflegerin
 

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sun6262 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Depressionen KÖNNEN auch durch gewisse Erkrankungen hervorgerufen. Rheumatischen Erkrankungen gehören unter anderem dazu.

Vermutlich ist es einer dieser vorurteilsbehafteten Erkrankungen, über die man nix genaues nicht weiß.
__________________
Man kann 20 Jahre die gleichen Fehler machen und dies dann 'Erfahrung' nennen
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  #12  
Old 23.11.2009, 00:59
Pilot040's Avatar
Pilot040 Pilot040 is offline
Unwichtig...
 

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Hallo zusammen,

zum Thema selbst möchte ich hier im Thread zum eigentlichen Thema gar nicht viel schreiben, nur das vorige Tage zufällig eine sehr interessante Sendung zu dem Thema im TV kam, in der ein "Fach-Prof" genau das wieder bestätigte. Nämlich dass es sich tatsächlich zur "Volkskrankheit" (durch unsere heutige, schnelllebige Lebensweise) entwickelt hat und 2. DIE Krankheit der Zukunft in Deutschland sein wird und dem Gesundheitswesen eine Menge finanzieller Probleme bescheren wird.

Und das seiner Meinung nach der Begriff "Burn-out Syndrom" völlig falsch gewählt ist (er ihn nicht mag) und das im Prinzip nichts anderes als eben eine der vielen Ursachen für Depressionen ist. Genannt wurden Länder mit völlig anderen Lebensweisen, in denen Depressionen praktisch überhaupt nicht auftreten.

Weshalb ich aber eigentlich hier schreibe:
Das Thema ist tatsächlich zu ernst, um auch da wieder in allgemeine "welt-philosophische Betrachtungsweisen" abzudriften, deshalb kurz der Hinweis:
Ich betreue administrativ ehrenamtlich u. a. eine große medizinische Plattform (Einige hier wissen das), auf der es hauptsächlich um eine ganz bestimmte Form psychischer Erkrankungen geht, die ebenfalls gegen die Stigmatisierung zu kämpfen hat und in den Medien ständig völlig falsch und einseitig dargestellt wird.

Zu der Symptomatik dieser Erkrankung gehört eben auch - meist in ihrer schwersten Form - die Depression bis hin zu auto-aggressiven, selbstverletzenden und suizidalen Handlungen.
Zu unterschätzen sind solche Dinge nicht, die Betroffenen und deren Angehörigen, das gesamte Umfeld leiden extrem unter dem (recht unterschiedlichen) Krankheitsbild.

Zu den Usern dort gehören sowohl Betroffene als auch Angehörige, Freunde, Interessierte sowie medizinische Experten zu dem Thema. Ein Großteil der betroffenen Menschen dort hat schier Unglaubliches in seinem Leben erlebt, oft in frühester Kindheit bereits und durch engste Familien-Angehörige ausgeübt ....
Die User dort genießen einen extrem hohen Schutz und können sich anonym austauschen, Gäste haben keinen Einblick in das Forum und für die ganz sensibelen Themen ist noch eine zusätzliche Freischaltung (nach Relevanz-Prüfung) für einzelne Forenbereiche erforderlich.

Zusätzlich gibt es dort Auflistungen aller Notrufnummern, Präventionen und fachlichen Anlaufstellen jeglicher Art.
Selbst das recht große Team dort ist zum Großteil selber betroffen und besteht auch u.a. aus einem Ärzte-Ehepaar, ich bin eines der wenigen Team-Mitglieder, die selber weder Betroffener noch Angehöriger sind. Auch die Betreiberin der Plattform ist selbst Betroffene und hat diverse Selbsthilfe-Projekte ins Leben gerufen und betreibt (auch TV-mediale) Öffentlichkeitsarbeit zu dem Thema.
Es ist die größte deutschsprachige Fach-Plattform zu dem Thema.

Ich möchte einfach nur anbieten, dass Interessierte, Betroffene oder Angehörige von Betroffenen, die sich dort informieren und austauschen oder einfach nur Informationen zu diesem Thema bekommen möchten, sich gerne per PN an mich wenden können.
Ich werde dann die Kontaktdaten nennen.

Für dieses Forum hier ist mir die Thematik erhlich gesagt zu sensibel...
__________________
Gruß,
Pilo



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  #13  
Old 23.11.2009, 18:22
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Red Red is offline
Kümmelspalterin
 

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Red befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Default Pilot,

Du hast sicherlich nicht ganz unrecht.

Ich möchte noch jedem der glaubt, erkrankt zu sein oder jemanden kennt, bei dem er vermutet er könne erkrankt sein empfehlen und Mut machen, so schnell wie möglich professionelle Hilfe zu suchen.

Lieben Gruß

Red
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  #14  
Old 23.11.2009, 20:11
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Pilot040 Pilot040 is offline
Unwichtig...
 

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Das kann man auf jeden Fall nur unterstreichen.

Hier mal ein Artikel dazu, wie es einem betroffenen Menschen (wenn auch in Kanada geschehen) ergehen kann, wenn er versucht gegen seine Krankheit anzukämpfen und mal etwas glücklich zu sein:


Eine an Depressionen leidende Kanadierin erhält von der Versicherung ihres Arbeitgebers keine finanziellen Leistungen mehr
__________________
Gruß,
Pilo



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  #15  
Old 26.11.2009, 21:52
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hobo hobo is offline
gegen rechts
 

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hobo befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Default Depri

Ja, Red. So sieht es jemand, der noch steht.

Zur Krankheit selbst, es ist so, Red, es ist organisch. Die Ursachen, das ist eine andere Sache. Die werden auch bei leichten und mittleren Depris genau abgeklärt, wenn denn eine gute Therapie stattfindet.

Andererseits ist ein Hirnschlag oder Herzinfarkt auch selten einer Ursache, besser, einer einzigen Ursache zuzuordnen. Krebs ja nun mal schon gar nicht und selbst Diabetis nicht.

Von daher ist die schwere Depression eine organische Krankheit, egal wo die Ursache liegt. Bei vielen Menschen ist sie einfach nicht genau feststellbar. Gut, 40% aller Menschen haben eine genetische Disposition. Aber nicht alle werden krank. Und das schlimme, das allerschlimmste, der statistische GAU ist, es werden auch Menschen krank, die diese genetische Disposition nicht haben.

Nur dort, also organisch, kann sie bekämpft werden. Leider ist viel Hilflosigkeit da. Kein Mensch kann sich hinein versetzen. Ein Herzinfarkt, klar, das kann man sehr gut nachvollziehen. Aber nicht die Dunkelheit.

Ach so, ja, Red, natürlich kenne ich die Skala der menschlichen Gefühle. Und klar, bei depressiven Menschen ist Freude nicht so häufig, etc.

Emotionen haben damit aber wenig zu tun, sagt mein Psychiater. Er meint, dass eben nicht betroffene Menschen wesentlich emotionaler reagieren und auch leben.

Aber egal, spielt keine Rolle.

Danke Dir für Deine Bereitschaft hier überhaupt zu schreiben und hoffe, Du verstehst mein Geschreibsel,
__________________
lg
Hobo
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  #16  
Old 26.11.2009, 23:27
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Pilot040 Pilot040 is offline
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Red hat es schon richtig beschrieben. Es ist nicht DIE Krankheit, sondern sie kann völlig unterschiedliche Ursachen haben. Oft bewegen sich die Krankheitsbilder der Betroffen hart an der Grenze zwischen Neurose und Psychose, mit ein Grund, warum sie von vielen Ärzten nicht erkannt und/oder falsch diagnostiziert werden.

Urganische Ursachen können zwar eine Rolle bei der Entstehung spielen, sind aber nicht die alleinige Ursache.
Depression ist und bleibt eine psychische, aber keine physische Krankheit.
Die Entstehungsbereiche sind halt zu komplex, um das exakt für Jedermann allgemeingültig klassifizieren und eingrenzen zu können.

Auch Dinge wie unser limbisches System im Gehirn, die Amygdala uvm. spielen mit in diese Vorstellungswelten mit hinein. Aber auch im Gefühlsbereich sitzt selten bis nie er wahre Auslöser. Meist sitzen die Wurzeln erheblich tiefer, im frühkindlichen Bereich oder halt durch gewisse Lebensumstände geprägt.

Depris kenen wir sicher alle mal, aber diese haben id.R. nichts mit der wirklichen Krankheit Depresion zu tun. Was als "Depri" allgemin so bezeichnet wird, ist meist nichts anderes als eine vorübergehende, düstere Stimmungslage die jeder mal kennt.

Bei Drepressionskranken oder manisch-depressiven Menschen sieht es da völlig anders aus. Die Folgen bekommen wir dort täglich zu sehen und spüren, und das ist alles andere als "lustig".
Viele dieser Menschen kämpfen ständig ums "nackte Überleben", so übertrieben das klingen mag.

Und es gibt nur eine Hilfe dafür: Die professioneller Art! Alles andere bringt nichts, und selbst mit prof. Hilfe ist eine echte Heilung meist recht aussichtslos, bestenfalls Linderung und phasenweise Abschwächung sind möglich.
Viele dieser Menschen sind dauerhaft nicht mal mehr in der Lage, einer geregelten Arbeit nach zu gehen oder ihre Familie zu versorgen.

Heilen, so wie man eine "Grippe" heilt, kann man diese Krankheit leider nicht und die Betroffen samt Umfeld leiden enorm darunter...
__________________
Gruß,
Pilo



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  #17  
Old 27.11.2009, 08:07
Diamond
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Mutig sind die, die sich mit der Krankheit auseinandersetzen, mein Mitleid haben jedoch die, die selber erkrankt sind, dieses in Alkohol und Medikamenten ertränken und Leidensgenossen beschimpfen, lächerlich machen und angreifen, da sie sich sonst mit sich selber und den unübersehbaren Symptomen auseinandersetzen müssten.




http://www.dr-mueck.de/HM_Depression...on-Gedicht.htm

Ich glaube dies Gedicht fasst zusammen was ihr hier geschrieben habt und ich im Netz las:

An die Depression
Gedicht zu Angst und Depression von "Anne":
(zwölfter Versuch einer Beschreibung, 06.01.2007)



Was für eine verdammte Krankheit
Bist du eigentlich?
Du machst mich ängstlich, unglücklich und weinerlich,
Oder gleichgültig, gefühllos und müde.
Du nimmst mir jedes Interesse, meinen Antrieb,
Radierst die Farbtupfer aus meinem Leben,
Machst alles öde und grau,
Raubst mir selbst die kleinste Hoffnung.
Du zeigst mir alle meine Unzulänglichkeiten,
Lässt mich glauben, ich mache nur Fehler,
Dass ich zu nichts tauge und wertlos bin.
Du machst mich arbeits- und gesellschaftsunfähig,
Lässt mich zu einer Last werden,
Für mich selbst und für die anderen.
Du machst mich noch instabiler,
Als ich ohnehin schon bin,
Entziehst mir den Boden unter den Füßen,
Und lässt mich endlos tief fallen.
Du machst es mir unmöglich,
Gegen dich zu kämpfen.
Du lässt mich schneller altern,
Machst ein erbärmliches Wrack aus mir,
Einen grausigen wandelnden Leichnam.
Du löst in mir eine Todessehnsucht aus,
Aber machst mich völlig unfähig,
Mir das Leben zu nehmen.
Warum tust du mir das an?
Welchen Sinn hast du?
Ich hasse dich, verfluche dich,
Und kann dich dennoch nicht verbannen.
Du bist ein Teil von mir,
Zerstörerisch, aber trotzdem manchmal nützlich.
Wollte ich dich loswerden,
Müsste ich mich selbst vernichten.
(von Anne, 21 Jahre, seit über 10 Jahren wiederkehrende Depressionen)











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  #18  
Old 28.11.2009, 17:23
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hobo hobo is offline
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Default Depression

Ja, das trifft es sehr gut.

Danke Diamond, besser kann man es kaum sagen...
__________________
lg
Hobo
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  #19  
Old 30.11.2009, 17:01
joanne joanne is offline
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Join Date: 16.03.2008
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Posts: 197
joanne befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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recht widersprüchig zu dem behandelten thema scheint ja der titel des buches der französischen autorin francoise (cedille unter dem C--wie macht man das eigentlich?), also f. sagan "bonjour tristesse" guten tag, traurigkeit, zu sein. ich habe es vor langer zeit gelesen, erinnere mich aber des inhaltes nicht mehr. kennt jemand es und kann sich einen reim auf den sinn des titels machen?
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  #20  
Old 30.11.2009, 22:46
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hobo hobo is offline
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Join Date: 23.02.2008
Location: Rhein-Hessen
Posts: 440
hobo befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Default Bonjour Tristesse

Passt zum Thema hier gar nicht. Die Charaktere und Protagonisten des Romans sind keiner Verzweiflung, nicht mal eines Enthusiasmus fähig. Es ist eine Sittengeschichte der Jugend um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich, dazu noch an der Riviera.

Tristesse steht hier für die gediegene Langeweile und oberflächliche Taurigkeit, die eben daraus entspringt. Und nicht bei Durchschnittsmenschen, nebenbei, es ist ein Gefühl, das heute wohl sehr reiche gelangweilte Rockstars oder solches Getier haben. Angeödet und gelangweilt. Na ja...
__________________
lg
Hobo
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