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Eigene Gedichte und freie Texte Wer gerne eigenes Gedankengut veröffentlichen oder freie Texte einstellen möchte, kann das gerne hier tun. Bitte unter Beachtung des Copyright's

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  #1  
Old 24.03.2011, 04:10
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hobo hobo is offline
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hobo befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Offensichtlich haben die meisten Menschen die gleichen Pläne für ihr Leben. Sie sind meist linear, Ausbildung, Job, Liebe, Familie, Kinder. Natürlich noch Geld und Freunde. Vielleicht noch Haus und Auto oder noch ein Boot und ein Wochendhaus.

Viele Menschen erreichen zumindest Teile davon. Und denken nie darüber nach. Es ist wohl in der Muttermilch, jeder hat diesen Plan? Natürlich nicht, es ist eine gesellschaftliche Norm, die erfolgreiche Menschen von Losern trennt.

Warum also geben Menschen, die vieles davon erreicht haben plötzlich alles auf? Sie laufen aus dem Ruder, haben Probleme und werfen alles weg? Alle Errungenschaften für die sie alle so hart gearbeitet hatten.

Anscheinend ist es nicht alles. Anscheinend gibt es Zweifel. Anscheinend werden diese Zweifel bei einigen Menschen größer als ihre "Errungenschaften". Die Hälfte der Ehen in diesem Land werden geschieden. Unglaubliche Summen gehen dabei verloren. Für beide Beteiligte. Warum wohl?

Weil offensichtlich der Mensch merkt, dass es mehr gibt als den Schein. Viele finden erst spät zu sich selbst. Viele erkennen auch viel zu spät, dass der Weg, den sie mit viel Einsatz und Aufwand, mit klaren Zielen vor Augen gegangen sind, vielleicht doch der falsche Weg war. Ja, was bleibt dann?

Bleibt die Frage, kann denn noch irgendwer erkennen, ob das was er tut das Richtige ist? Ist nicht jeder vorbestimmt und auf diesen einen Weg geschickt?

Fragen...

Am Ende bleiben Katastrophen.
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lg
Hobo
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  #2  
Old 26.03.2011, 05:12
BluesB4Sunrise's Avatar
BluesB4Sunrise BluesB4Sunrise is offline
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Originally Posted by hobo View Post
Bleibt die Frage, kann denn noch irgendwer erkennen, ob das was er tut das Richtige ist? Ist nicht jeder vorbestimmt und auf diesen einen Weg geschickt?

Fragen...

Am Ende bleiben Katastrophen.
Am Ende eines jeden Weges beginnt ein neuer.
Man denkt nur zwischendurch immer wieder, man sei nun endlich angekommen, doch dabei ist man gar nicht ausschliesslich dazu gemacht, um sich irgendwo niederzulassen und sein Leben lang an der Stelle zu verweilen, die man einst für gut befunden hat, sondern immer dann, wenn das Gefühl dich beschleicht, nichts Neues mehr erleben zu können, tut sich der Drang auf, nach etwas Neuem zu suchen.
Etwas Spannung, etwas Spiel und etwas zum Naschen vielleicht noch dazu.
Wenn dieser kindliche Drang irgendwann ausbleibt, beginnt der Geist zu veröden und mit ihm der Mensch.

Leider binden wir uns im sozialen Gefüge und im (anerzogenen) Streben nach Wohlstand viel zu sehr an oberflächliche Beziehungen, starre Gewohnheiten und vor allem an Dinge.
Ausschliesslich der Drang danach, Dinge zu "besitzen", lässt uns verharren, denn man kann sie nicht immer mit sich herumschleppen.
(Kleines Kopfkino zum Wort "besitzen": Denk dir einen immerwachsamen Drachen, der auf seinem Goldhaufen hockt und ihn bewacht.)
Und so beladen wir unsere Haushalte und unsere Köpfe mit allerlei Ballast, den wir nicht benötigen, aber "haben" wollen.

Manchmal gehts gut:
Man sucht, findet und hat dann einen Partner, mit dem man alles aufbaut.
Man sucht sich dort, wo man es "mein Zuhause" nennt, immer neue Ziele, findet seine Erfüllung, vielleicht sogar zu zweit, oder man arrangiert sich im Laufe der Zeit und lässt sich in Ruhe.
Aus Liebe wird Gewohnheit und man liebt ja seine Gewohnheiten.
Ein ruhiges Leben.
Ein gutes Leben ?

Manchmal gehts nicht so leicht.
Dann steht der Mensch plötzlich vor seinem Werk und fragt sich, wozu er diesen Berg eigentlich aufgetürmt hat.
Er nimmt ihm die Sicht, steht ihm im Weg und alles, was ihm noch gestern lieb und teuer war, ist ihm nicht mehr soviel wert, dass er es nicht gegen eine vage Vorstellung von Abenteuer tauschen würde.
"Gib alles auf, was du hast und beginn nochmal ganz von vorn!", sagt der Mensch sich dann, meist in der zweiten Lebenshälfte.
(Vielleicht heisst es aus dem Grunde auch "Aufgabe...)
"Ich will Spannung, Spass (und vielleicht noch was zum Naschen) - jedenfalls kann ich den Plunder hier nicht mehr ertragen!"
Und er wirft alles über Bord, löst alle Leinen und Bindungen und segelt von dannen - auf zu neuen Ufern.
Manchmal gehts gut.
Meist nicht...
Meist erinnert er sich in stürmischen Zeiten daran zurück, wie gemütlich und warm es am heimischen Herd war und er beginnt von Neuem, denselben Fehler wieder zu machen.
Er bildet sich ein, Dinge besitzen zu wollen...
So ist der Mensch und deshalb hat er die Welt erkundet.
Und dennoch kann ich weder den einen, noch den anderen Weg als richtig oder falsch ansehen, noch verurteilen, denn beide haben ihre Berechtigung.

Und wer von beiden ist nun am Ende des Weges reicher?
Derjenige, der auf seinem Trödelhaufen sitzengeblieben ist, der von der Welt nur den Vorgarten gesehen hat und sich niemals abenteuerlustig zeigte, oder der, der sich getraut hat in mehrere Welten hineinzuschauen und unterwegs all sein Hab und Gut verloren hat?


Den allerletzten Gang geht jeder irgendwann allein.
Erst dann ist man am Ende und erst dann muss sich nur selbst die Frage beantworten, ob es das wert war.
Ein Narr, wer in solchen Momenten mit dem Gefühl, es sei eine Katastrophe gewesen, einen neuen Weg beschreitet...
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  #3  
Old 26.03.2011, 06:53
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hobo hobo is offline
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hobo befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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"Den allerletzten Gang geht jeder irgendwann allein.
Erst dann ist man am Ende und erst dann muss sich nur selbst die Frage beantworten, ob es das wert war.
Ein Narr, wer in solchen Momenten mit dem Gefühl, es sei eine Katastrophe gewesen, einen neuen Weg beschreitet..."

Ja, der Ansatz ist ähnlich. Aber nicht genau das habe ich gemeint. Vielleicht war ich wieder zu oberflächlich in der Formulierung. Dazu neige ich. Auf das Zitat oben komme ich gleich zurück.

Am Ende eines Weges beginnt eben nicht immer ein neuer. Es ist immer die Frage, wie lange man den Weg gegangen ist und ob es noch eine Abzweigung gibt. Die Katastrophe ist dann da, wenn es diese nicht mehr gibt. Wenn es das definitive Ende des Weges ist. Das Problem ist, dass nicht jeder dann noch einmal die Kraft hat, den Willen, vielleicht auch den Mut, noch einmal von vorne zu beginnen.

Wer einen Weg sehr lange und sehr weit gegangen ist und dachte immer es wäre der richtige, wer sich nie selbst in Frage gestellt hat, weil er ja der größte im Universum war und wer am Ende nur noch hinter sich selbst her gelaufen ist, ohne auch nur noch den Weg zu sehen, nein, der läuft zwangsläufig in die Katastrophe, er ist kein Narr. Das war er vorher.

Aber auch das ist akademisch. Im realen Leben macht man reinen Tisch und zieht sich zurück. Und ein Narr, wer den gleichen Fehler zweimal macht. Aber jeder hat seine sehr eigenen Wege. Viele gehen auf der großen Straße, andere auf kleinen Pfaden. Die kann man nur einmal gehen. Sie wachsen hinter jedem Schritt sehr schnell wieder zu und verschwinden dann für immer.

Und ja, am Ende, sollte man wissen, ob es das wert war. Leider bleibt, wie man auch entscheidet, immer ein bitterer Nachgeschmack. Selbst wenn man die Freiheit gewählt hat. Nie kann man das Kaminfeuer vergessen oder den ehemals heimischen Herd. Sicher nicht. Und neue Wege muss man nicht gehen. Jeder hat das Recht zu verweilen. Für sich zu entscheiden, stehen zu bleiben. Und ja, ganz am Ende sind wir alle allein. Vielleicht gut, dass keiner zurück bleibt, der trauern würde.

Materielle Dinge üben eine Faszination aus. Für eine ganze Weile. Aber sie verlieren auch ihren Glanz. Und letztendlich merkt man, dass niemand mehr als Essen und Trinken kann. Gut wenn er Freunde hat, dann ist er glücklich.

Diese Vorbestimmung ist natürlich eine gesellschaftliche Erwartung, ja, sogar eine Forderung. Wir müssen streben, tun, erfolgreich sein und vieles andere mehr. Für eine Weile, leider. Bis wir gelernt haben zu sehen, zu verstehen. Bis wir erkennen, dass es eben doch nicht alles ist. Wenn wir es denn jemals schaffen.

Ich bleibe stehen, brauche keine neuen Wege mehr. Hier bin ich, hier bleibe ich...
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lg
Hobo
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  #4  
Old 31.03.2011, 22:09
FRACHMIKI FRACHMIKI is offline
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Join Date: 21.03.2011
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Daumen runter hobo verloren im entstehen und vergehen des universums

hallo hobo

(vorweg) ich schreib mal, wie frueher, nur klein.
ich dachte ich muesste dir mal einen trost mitgeben.

so sehr darf sich eine so weit entwickelte schoepfung der elemente
nicht erniedrigen.
wir alle (inklusive unseres planeten und aller bekannten und noch unbekannten sonnensysteme) sind nicht nur einfach "da".
sie dienen einem zweck! das universum ist ordnung in gigantisch unvorstellbarem ausmass! und somit ist alles im universum einem zweck dienlich, auch lebensformen jeder art. vergangene wie zukuenftige.

so muss man also feststellen, wir sind ein teil des ganzen!!

worin liegt also unsere aufgabe wenn alles doch seine ordnung im universum hat und wir dazu gehoeren??

eigentlich hatte adam doch angeblich vom baum der erkenntnis gegessen

ich moechte dir und denen die das vielleicht noch lesen, damit noch eine hoffnung machen die womoeglich ueber unser verstaendniss gehen koennte.

es geschieht nur was im grossen ganzen geschehen soll und die erkenntniss darueber, unsere vergehen an uns menschheit selbst und unserer umwelt mit allem was da kreucht und fleucht, ist die strafe.

wir sind sicherlich keine unikate im universum....sonst wuerde nie jemand im lotto gewinnen.....rein statistisch gerechnet! (galaxien noch und noecher da draussen!!!)

troeste dich damit; sicherlich einen teil einer riesenaufgabe einer lebensform erledigt zu haben, selbst wenn es um die zerstoerung eines nur wenig grossen objekts in dieser galaxie geht. wer das "warum" versteht hat einen schluessel zum wissen des universums erhalten aber das werden sicher nicht wir sein....wir sind zu unbedaechtig un unbedeutend.
das universum hat uns an diesen planeten gebunden.....unser "paradies", wenn du verstehst was ich meine.
vielleicht wandeln wir den planeten ja auch nur um, um einer anderen dominanten species den boden zu bereiten. vielleicht einem homo groteskus?
zellmutation gab es schon immer...soweit man weiss.
was bewirkt es wenn die radioaktivitaet der athmosphaere langsam steigt?
wieviele werden lebensfaehig mutieren von diesem mit lebensformen uebersaeten planeten und wer oder was wird am ende dominant?
was wird diese lebensform dem planeten abgewinnen?
wird sie mehr verstaendniss für die "dinge" zeigen?

philosophie kann dir auswege zeigen die an die grenzen des verstehen des "normalen" gehen kann wenn man die existenzfrage stellt.
moeglich ist vieles aber machbar ist nur das was die menschheit zu machen gewillt und im stande ist. hoffen wir auf das beste und erwarten wir das unerwartete.

im universum handelt alles nach sinnvollen gesetzen.....nur wir menschen denken wir taeten es nicht. (was im einzelnen stimmen mag....aber ich verhafte da mal die menschheit gesamt, als passagiere des raumschiffs erde)

wir lesen uns hobo

gruss
frachi
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  #5  
Old 20.06.2011, 23:28
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Join Date: 23.02.2008
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hobo befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Default Das Universum

hat aus meiner Sicht ja nun gar nichts damit zu tun. Astrophysiker behaupten genau das Gegenteil, Frachi.

Das war auch nicht mein Ansatz. Ganz sicher nicht. Ich glaube, dass Menschen heute sehr, vielleicht zu sehr, gesteuert werde durch Anreize. Schau bloss mal auf die "neue" Jugend, der neue Anreiz ist Superstar zu werden. Gut, wir wollten auch mal Gitarre spielen wie xy, oder auf der Bühne glänzen wie z.

Das sind allerdings pubertäre Träume. Dann kommt eben das harte Leben. Geld, Geld, Geld und Erfolg. Darum geht es. Wer das erreicht kann alles haben. Und sehr viele zerbrechen genau dann...

Na ja, eben nur fast alles. Darum ging es. Nicht um galaktische Interpretationen....
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  #6  
Old 26.06.2011, 09:45
Hallihallo Hallihallo is offline
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Originally Posted by hobo View Post
hat aus meiner Sicht ja nun gar nichts damit zu tun. Astrophysiker behaupten genau das Gegenteil, Frachi.

Das war auch nicht mein Ansatz. Ganz sicher nicht. Ich glaube, dass Menschen heute sehr, vielleicht zu sehr, gesteuert werde durch Anreize. Schau bloss mal auf die "neue" Jugend, der neue Anreiz ist Superstar zu werden. Gut, wir wollten auch mal Gitarre spielen wie xy, oder auf der Bühne glänzen wie z.

Das sind allerdings pubertäre Träume. Dann kommt eben das harte Leben. Geld, Geld, Geld und Erfolg. Darum geht es. Wer das erreicht kann alles haben. Und sehr viele zerbrechen genau dann...

Na ja, eben nur fast alles. Darum ging es. Nicht um galaktische Interpretationen....

Dazu passt, glaube ich, der Text, der mir in die Hände fiel!

Der Weg ist das Ziel

Dein Lebensweg

niemand
kennt den Weg,
den du vor dir hast.
Noch nie ist jemand diesen Weg gegangen,
und niemals wird ein anderer diesen Weg gehen,
denn es ist dein Weg.

Er ist so einmalig,
wie du einmalig bist.
Ja, du bis einmalig,
und du hast einen wertvollen Beitrag
in Deinem Leben zu leisten
auf Deine ganz besondere, einmalige Art.
Deine wahre Bestimmung.

So gehe deinen Weg,
gehe in auf deine einmalige Art,
aber versuche nicht,
möglichst schnell am Ziel zu sein.
Denn es gibt kein Ziel.
Der Weg ist das Ziel,
das Ziel ist nur das Ende des Weges
und der Anfang eines neuen Weges.

Also genieße deinen Weg,
deinen einmaligen, wundervollen Lebensweg.
Laß dich jeden Tag vom Leben beschenken,
und wenn du bereit bist,
laß dich vom "inneren Meister" führen.
Damit du die einmalige Melodie deines Lebens
im reiner in dir hörst.
Und singe!
Denn alles findet nur dir zur Freude statt.
Die ganze Schöpfung ist für dich da!
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  #7  
Old 05.07.2011, 18:59
joanne joanne is offline
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lieber hallihallo, deinen beitrag finde ich wunderschön und von weisheit, optimismus, ja und gläubigkeit geprägt; ich folge dir zustimmend-bis zur letzten strophe. da merke ich, dass der verfasser und leser noch nicht sehr weit auf ihrem weg gegangen sind und somit die beschwerden physischer und psychischer art nicht kennen. ich spreche hier von der dann dauernden belastung und die beeinträchtigt die freude auf jeden neuen tag nicht unerheblich. schweres hat jeder sicher im laufe seines lebens erdulden müssen; man weiß aber dann, dass es naturgemäß eine vorüber gehende phase ist, während das hohe alter einfach einen völlig anders zu
bewertenden und fühlbar weniger erfreulichen zustand beschert. darum, geniesse die jüngeren lebensjahre dankbar und bewusst.
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  #8  
Old 14.07.2011, 21:21
Hallihallo Hallihallo is offline
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Join Date: 11.09.2008
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Originally Posted by joanne View Post
lieber hallihallo, deinen beitrag finde ich wunderschön und von weisheit, optimismus, ja und gläubigkeit geprägt; ich folge dir zustimmend-bis zur letzten strophe. da merke ich, dass der verfasser und leser noch nicht sehr weit auf ihrem weg gegangen sind und somit die beschwerden physischer und psychischer art nicht kennen. ich spreche hier von der dann dauernden belastung und die beeinträchtigt die freude auf jeden neuen tag nicht unerheblich. schweres hat jeder sicher im laufe seines lebens erdulden müssen; man weiß aber dann, dass es naturgemäß eine vorüber gehende phase ist, während das hohe alter einfach einen völlig anders zu
bewertenden und fühlbar weniger erfreulichen zustand beschert. darum, geniesse die jüngeren lebensjahre dankbar und bewusst.
Ich beschäftige mich kreativ mit Menschen im Altersheim. Eine Insassin hat mir gesagt, dass es ihr noch nie so gut ging im Leben wie jetzt - sie kann sich an einen gedeckten Tisch setzen, sie hat noch nie in ihrem Leben gemalt, was ihr sehr viel Spass macht, usw. Sogar eine Person mit nur noch 20 % Sehstärke hat noch mit Aquarellieren begonnen, was ihr sehr viel Spass macht. Ich glaube, auch das Alter kann noch Lebensqualität bringen.
20 %
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  #9  
Old 15.07.2011, 21:56
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Pilot040 Pilot040 is offline
Unwichtig...
 

Join Date: 21.02.2008
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Posts: 1.180
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Hi,

der Meinung bin ich ebenfalls. Ich glaube, es hängt immer von der einzelnen Person und ihrer physischen Verfassung wie auch Lebenseinstellung ab. Es gibt Leute, die sind schon mit 40 oder gar darunter "fertig" mit Leben. Und auch körperlich am Ende.
Während Andere selbst mit 85 noch "fit wie ein Turnschuh" sind, natürlich gemessen am Alter.

Meine Tante wurde 87 und lebte auch die letzten ca. 2 Jahre im Heim. Neben den typischen "Alters-Wehwechen" litt sie die letzten 3 Jahre auch verstärkt an Alters-Demenz. Dennoch hatte sie sich nie beklagt, sie war lebensfroh bis etwa 2 Wochen vor ihrem Ableben.

Und sie hatte den Fehler (durch ihre Vergesslichkeit) immer nur bei sich und nie bei Anderen gesucht. Sie war bis zum Schluss sehr vorsichtig mit Formulierungen und fragte lieber 3x nach, ob sie sich nicht irre bzw. etwas richtig in Erinnerung habe.
Sie unterstellte also immer, dass die "Jüngeren" (damit war auch meine Mutter mit immerhin schon 74 gemeint) Recht haben bzw. war sich ihrer Demenz erstaunlich bewusst.

Bei den meisten Demenzkranken ist es ja eher umgekehrt und sie werden rechthaberisch, teils mürrisch und regelrecht "nervig".
Bei ihr fand ich das so bemerkenswert, dass die Demenz völlig anders verlief und sie eher fragend wurde, aber nie aufdringlich oder rechthaberisch wurde.
__________________
Gruß,
Pilo



Chat24 Team-Kontakt

Aus technischen Gründen befindet sich der Rest der Signatur auf der Rückseite dieses Beitrags
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  #10  
Old 18.07.2011, 10:00
joanne joanne is offline
In Gedenken an
 

Join Date: 16.03.2008
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wie einigen von euch bekannt, ist mein lebensweg bisher bei weitem der längste von uns allen.
im folgendem möchte ich einige ganz allgemeine bemerkungen machen zu dem anfänglich gegebenem thema; nach meinem verständnis handelt es sich dabei um die frage, die sich mancher stellt, ob er/sieden bisherigen weg der begangen wurde, bzw. gerade wird, wohl der richtige sei, oder es hier oder da etwa besser einer richtungsänderung bedurfte. die diskussion darüber weitet sich ja dann sehr aus und berührt bereiche wie die philosophie, soziologie, psychologie und verweilt schließlich lange bei der naturwissenschaft (astrophysik et al.) ob nun meine gedanken überhaupt noch als revelant zum thema empfunden werden, weiß ich nicht; ich erlaube mir aber, sie trotzdem zu äußern:
wie einigen von euch bekannt, ist mein lebensweg bisher bei weitem der längste von uns allen. daher sind mir die meisten der erwähnten möglichen situationen im lebenslauf eines menschen wohl bekannt; auch ich habe manchmal rückblick gehalten und mich gefragt, ob ich auf dem "richtigen" weg bin oder eine richtungsänderung notwendig oder ratsam sei. eine der größeren kritischen situationen musste ich noch mit 89 jahren bestehen und den "mut" aufbringen, einer schwer ertragbaren veränderung im nahen umfeld zu entkommen und zog kurz entschlossen um, sogar in eine andere stadt.
Jeder rückblick war ein "Ein-blick" in mich um zu einem klaren bild zu kommen. war, nachdem ich das "pro" und "contra" der zu machenden änderung nach bestem wissen verglichen hatte, war die nächste instanz vor dem entschließen die ergründung des ge-wissens. hierbei muss absolute ehrlichkeit herrschen und darf nicht etwas "nach geholfen" werden zur erhofften zustimmung, dass das, was ich eigentlich gerne m ö c h t e, auch"okayed" wird. alleroberste instanz ist tatsächlich oben für mich, das göttliche gebot. meistens bekam ich aber schon "bescheid" vom gewissen, was zu tun und zu lassen sei. Dieser teil vom menschen muss immer ganz bewusst sensubilisiert bleiben. es kann da sehr wohl durchaus zwischen verschiedenen menschen auch verschiedene
"ich darf" oder "für mich ist es unrecht"gefühle geben. was mir m e i n gewissen eingibt, dem sollte ich folgen.
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