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Ernste Diskussionen Themen mit etwas mehr "Tiefgang", welche weder so richtig in "Smalltalk" noch in "Politik & Wirtschaft" passen

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  #1  
Old 12.11.2009, 11:14
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DEPRESSION


Moin


Depressiv bezeichnet umgangssprachlich einen Zustand psychischer Niedergeschlagenheit. Das wissen wir – denn die meisten Menschen fühlen das bzw. erleben oder erlebten bereits solche Gemütszustände in variablen Lebenssituationen.
Je nachdem wie stark sich diese Depression beim einen oder anderen bemerkbar macht, so unterschiedlich sind dann auch die Symptome – ggf. bis hin zur Selbstauslöschung.





Typische charakteristische Beispiele um eine Depression herbeizuführen sind auch 3 folgende Zustandsparameter, nämlich die
  • Erwartungshaltung von der Gesellschaft oder Interessengruppe ausgehend - die an einen gestellt werden und die der Betroffene nur unzureichend gut, oft sogar gar nicht, „erfüllen“ kann,
  • Stressfaktoren - die natürlich auch variantenreich sind und Schwermut, Hilflosigkeit und Verunsicherungen, gerade im Hinblick auf das "Versagen" auslösen,
  • Mobbing – worin der Betroffene provoziert, diffamiert, gescholten, stigmatisiert, verunglimpft oder in sonst einer frevelhaften Form in seiner Persönlichkeit geschwächt wird, zur Belustigung einerseits und ggf. auch zum materiellen (wie auch immer) Vorteil andererseits derer, die Mobbing anwenden.
Dieses Forum gibt leider nicht genügend Fläche und Spielraum dazu, dieses vielleicht sogar wichtigste Thema in einer („sozialen“) Gesellschaft genügend ausleuchten zu können. Ich bin jedoch ziemlich sicher, dass auch in diesem Forum der oder die eine oder andere mit diesem Problem zu kämpfen hat. Vielleicht nicht immer akut, doch einhergehend zumindest in peripher Hinsicht.

Oft reicht schon die Respektlosigkeit anderen gegenüber aus, um, je nachdem wie psychisch stark oder schwach diese Persönlichkeit ist, eine Art der Hilflosigkeit und Wertlosigkeit auszulösen.

Deswegen ist mein Motto stets: Spaß und Schwarzer Humor ja – doch niemals ein wirklich ernsthafter Angriff auf die jeweilige Person zur Belustigung meiner und zur Depression des anderen. Das ginge zu weit. Wird man selbst angegriffen, das soll´s ja leider auch geben, klar, angemessene Selbstverteidigung ist das Recht eines jeden. (forumsunabhängig, ist auch klar, oder?)

Tatsächlich halten die meisten Menschen ihre innersten (seelischen) Probleme zurück, ja geradezu geheim, um sich nicht zum Gespött der ach so starken, "erfolgreichen" Gesellschaft zu machen und gehen so gesehen vorsätzlich einen düsteren Weg entlang. Mir erscheint das geradezu unheimlich, absurd, grotesk. . . . .

In diesem Sinne – Do never forget.

BS77

_______________________________



(Ich ziehe alle Hüte vor Robert Enke)
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  #2  
Old 17.11.2009, 13:03
joanne joanne is offline
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hallo, bs 77-- gerade habe ich deinen beitrag zum thema" Depression" gelesen, wohl angeregt durch den tragischen tod von robert enke. es ist ein schweres schicksal für den/diejenige und deren familie, die davon betroffen sind. ja, und katastrophal wird es, wie bei ihm, wenn man meint, diesen bedauernswerten zustand auch noch verstecken zu müssen. da laden wir uns große schuld auf, wenn wir dieser haltung, daß ein psychisches problem nur eine schwäche des individuums sei, beibehalten und dem nicht entgegen treten. ich schäme mich nicht offen zu sagen, ja, ich habe ein psychisches problem das sich sogar auf meinen körper auswirkt und psycho-somatische beschwernisse verursacht. mein problem sind panikartige angstzustände, von denen ich nicht genau sagen kann, wovor. ich habe alles mögliche versucht an heilungsmethoden-leider ohne erfolg. so beginne ich zu resignieren und nehme es an als gott-gewollt. ich bin darum froh, noch letztes jahr mir das nötigste beigebracht zu haben, um diesen lap top zu benutzen und so mit meinen mitmenschen in verbindung zu bleiben und durch ablenkung meine atemnöte--eine der symptome- zu vergessen.
deine ausführungen und analyse der ursachen einer depression sind sehr gut und klar und die negativ zu bewertende rolle der mitmenschen im umfeld des kranken auch.

"was du nicht willst....." die weiterführung dieses rates kennt jeder.......no, never forget it and follow its advice.--Jesus: " so gehe hin und tue desgleichen"!
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  #3  
Old 21.11.2009, 15:24
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Originally Posted by joanne View Post
hallo, bs 77-- gerade habe ich deinen beitrag zum thema" Depression" gelesen,
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Originally Posted by joanne View Post

mein problem sind panikartige angstzustände, von denen ich nicht genau sagen kann, wovor. ich habe alles mögliche versucht an heilungsmethoden-leider ohne erfolg. so beginne ich zu resignieren und nehme es an als gott-gewollt. ich bin darum froh, noch letztes jahr mir das nötigste beigebracht zu haben, um diesen lap top zu benutzen und so mit meinen mitmenschen in verbindung zu bleiben und durch ablenkung meine atemnöte--eine der symptome- zu vergessen.

deine ausführungen und analyse der ursachen einer depression sind sehr gut und klar und die negativ zu bewertende rolle der mitmenschen im umfeld des kranken auch.

Moin – joanne

Sicher hast du bemerkt, dass dieses Thema keine Resonanz im Forum erzeugt – klar, ist ja keine Verpflichtung.
Lieblingsmusiktitel, Kochrezepte und Gichtprobleme hingegen – die werden da schon anders bewertet und mit geradezu enthusiastischem Eifer werden Hunderte von „Hits“ registriert . Tja, so ist halt der Mensch.

Im Bereich der Comedy ist es ja so ähnlich. Der Oberproll Mario Barth füllt mit seiner berlinerischen Großschnauze und bodenlosem schlichten Humor ganze Fußballstadien, während Urban Priol in seiner 4-wöchentlichen Sendung „Neues aus der Anstalt“ nur den intellektuellen Witzbold – die ja in der Minderheit sind – begeistern kann.

Erst wenn der Zuschauer sieht, das Tortenschlachten die jeweiligen Fressen verzieren, erst wenn er sieht, dass jemand nen grotesken Unfall baut, erst dann wird gelacht und sich gebogen . Selbst die ehemaligen Großmeister der Comedy und des Slapstick – nämlich Dick und Doof – sind denen zu doof, damit meine ich zu anspruchsvoll und deswegen lacht darüber kaum noch jemand.

Empathie kannst du nur von ganz wenigen erwarten und Hilfe schon gar keine – es sei denn Professionelle. Auch das sind typische „Reflexe“ einer egoistisch konfigurierten Gesellschaft – die aber, und das ist ja wiederum grotesk – ja in sich selber schon depressiv ist, denn sonst ginge es uns allen erheblich besser – da ja jeder hilfsbereiter wäre. Es gibt natürlich mildernde Umstände für eine alles in allem erkaltete Gesellschaft. Denn – kaum jemand hat ja Zeit sich um sich und um seine Probleme zu kümmern sonst läuft er/sie eventuell Gefahr dadurch seine eigene Existenz, seinen bisherigen „Erfolg“ oder weiß der Kuckuck was sonst noch zu verlieren, aber zumindest auf´s Spiel zu setzen, oder?
Die Gesellschaft verlangt die FUNKTION – im Sinne der Gesamtheit der Erwartungshaltung. Und wehe dem dieses FUNKTIONIEREN relativiert sich oder ebbt ganz ab – tja – dann kann es zappenduster werden – und am Ende oder auch schon auf dem Weg zum „Ende“, beginnt die Depression sich einzunisten oder andere ähnliche Zustände, die den Mensch in große Nöten bringen.

Darüber zu reden kommt einer Eidesstattlichen Versicherung gleich und damit ist ja bekanntlich das Ende mit all seiner Blamage und Ehrverlust ausgerufen – zumindest in der deutschen Gesellschaft. Wer sich „outet“ Hier und Dort Probleme zu haben, kann einpacken. Das ist das „Unmenschliche“ am System und noch schlimmer ist es, dass man zwar in Fällen wie bei ENKE mal 1-2 Wochen darüber spricht und sogar Änderungen angehen will, doch danach geht der Dienst nach Vorschrift unbekümmert weiter. Alles nur Lippenbekenntnisse.

So ist es ja auch in der Finanzmarktkrise. Alle wissen was das bewirkt und welche Schäden entstehen, doch kaum vergehen einige Monate, schon fangen einige Banker wieder an über dicke Boni mit großen Millionensummen nachzudenken oder gar wieder einzustreichen – bis zur nächsten Krise und bis vielleicht zu dem Zeitpunkt, wo es keine Rettung mehr geben wird. . . .

Tipp von mir – joanne –
Lass´ dir von niemandem etwas gefallen. Trete selbstbewusst (nicht arrogant) auf, zeige dich und haue auch mal über die Stränge. Das erzeugt Respekt, egal wie er auch definiert werden mag. Mach auch mal Fehler und steh dazu. Wer dich verarschen will, dem trittst du in den Selbigen. So mache ich das schon seit Langem und bin zu 90% immer gut damit gefahren.
Schmerz muss man schon ab und zu erdulden, das stärkt nämlich das IMMUNSYSTEM.


Saludos – BS77


____________________________
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  #4  
Old 21.11.2009, 16:31
joanne joanne is offline
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hallo, BS77 ich danke dir für deine antwort auf meinen beitrag, der eigentlich das wieder spiegelt, was ich in bezug auf unsere heutige gesellschaft und deren denken/handeln be- und verurteile. Ich darf sagen, dass ich nie geschwiegen habe und unrecht und grausamkeit mensch oder tier gegenüber angeprangert habe--natürlich immer nur da, wo ich nicht selbst schuldig war. so habe ich weit über 100briefe für oder gegen eine sache, die es mir wert schien, geschrieben an zuständige stellen oder einfach in der öffentlichkeit (Presse, t.v., rundfunk)darauf hingewiesen. es war nicht so, wie man mir stets weiss machen wollte dass ich als einzelperson ja doch nichts tun könne; warum regste dich denn auf, hat doch keinen zweck usw. der riesenstapel an empfangener post-z,teil habe ich ihn noch- zeigt mir, dass sehr wohl der einfache bürger gehört wird und auch mal sein verbesserungsvorschlag befolgt wird! so hat ein minister (Stoltenberg) einen vorschlag von mir aufgegriffen und einen entsprechenden erlass heraus gegeben. von einem anderen erhielt ich als antwort auf meinen vorschlag die zusicherung, er werde an den zuständigen ausschuss verwiesen und als dank für meine aktive teilnahme am politischem geschehen erhielt ich, natürlich völlig unerwartet, und eigentlich überflüssig,
ein kleines geschenk in form von ein paar sonderbriefmarken (ich sammele allerdings gar nicht und gab sie weiter). ich habe diese episoden nur berichtet um zu zeigen, dass es sehr wohl lohnt, wenigstens den versuch zu machen, einen gedanken, bzw. schon fertigen vorschlag mal an berufener stelle einzubringen.
dir nochmals dank für deine lange stellungnahme.
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  #5  
Old 22.11.2009, 04:46
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Originally Posted by BlackSeven77 View Post


Moin – joanne

Sicher hast du bemerkt, dass dieses Thema keine Resonanz im Forum erzeugt – klar, ist ja keine Verpflichtung.
Lieblingsmusiktitel, Kochrezepte und Gichtprobleme hingegen – die werden da schon anders bewertet und mit geradezu enthusiastischem Eifer werden Hunderte von „Hits“ registriert . Tja, so ist halt der Mensch.

Im Bereich der Comedy ist es ja so ähnlich. Der Oberproll Mario Barth füllt mit seiner berlinerischen Großschnauze und bodenlosem schlichten Humor ganze Fußballstadien, während Urban Priol in seiner 4-wöchentlichen Sendung „Neues aus der Anstalt“ nur den intellektuellen Witzbold – die ja in der Minderheit sind – begeistern kann.

Erst wenn der Zuschauer sieht, das Tortenschlachten die jeweiligen Fressen verzieren, erst wenn er sieht, dass jemand nen grotesken Unfall baut, erst dann wird gelacht und sich gebogen . Selbst die ehemaligen Großmeister der Comedy und des Slapstick – nämlich Dick und Doof – sind denen zu doof, damit meine ich zu anspruchsvoll und deswegen lacht darüber kaum noch jemand.

Empathie kannst du nur von ganz wenigen erwarten und Hilfe schon gar keine – es sei denn Professionelle. Auch das sind typische „Reflexe“ einer egoistisch konfigurierten Gesellschaft – die aber, und das ist ja wiederum grotesk – ja in sich selber schon depressiv ist, denn sonst ginge es uns allen erheblich besser – da ja jeder hilfsbereiter wäre. Es gibt natürlich mildernde Umstände für eine alles in allem erkaltete Gesellschaft. Denn – kaum jemand hat ja Zeit sich um sich und um seine Probleme zu kümmern sonst läuft er/sie eventuell Gefahr dadurch seine eigene Existenz, seinen bisherigen „Erfolg“ oder weiß der Kuckuck was sonst noch zu verlieren, aber zumindest auf´s Spiel zu setzen, oder?
Die Gesellschaft verlangt die FUNKTION – im Sinne der Gesamtheit der Erwartungshaltung. Und wehe dem dieses FUNKTIONIEREN relativiert sich oder ebbt ganz ab – tja – dann kann es zappenduster werden – und am Ende oder auch schon auf dem Weg zum „Ende“, beginnt die Depression sich einzunisten oder andere ähnliche Zustände, die den Mensch in große Nöten bringen.

Darüber zu reden kommt einer Eidesstattlichen Versicherung gleich und damit ist ja bekanntlich das Ende mit all seiner Blamage und Ehrverlust ausgerufen – zumindest in der deutschen Gesellschaft. Wer sich „outet“ Hier und Dort Probleme zu haben, kann einpacken. Das ist das „Unmenschliche“ am System und noch schlimmer ist es, dass man zwar in Fällen wie bei ENKE mal 1-2 Wochen darüber spricht und sogar Änderungen angehen will, doch danach geht der Dienst nach Vorschrift unbekümmert weiter. Alles nur Lippenbekenntnisse.

So ist es ja auch in der Finanzmarktkrise. Alle wissen was das bewirkt und welche Schäden entstehen, doch kaum vergehen einige Monate, schon fangen einige Banker wieder an über dicke Boni mit großen Millionensummen nachzudenken oder gar wieder einzustreichen – bis zur nächsten Krise und bis vielleicht zu dem Zeitpunkt, wo es keine Rettung mehr geben wird. . . .

Tipp von mir – joanne –
Lass´ dir von niemandem etwas gefallen. Trete selbstbewusst (nicht arrogant) auf, zeige dich und haue auch mal über die Stränge. Das erzeugt Respekt, egal wie er auch definiert werden mag. Mach auch mal Fehler und steh dazu. Wer dich verarschen will, dem trittst du in den Selbigen. So mache ich das schon seit Langem und bin zu 90% immer gut damit gefahren.
Schmerz muss man schon ab und zu erdulden, das stärkt nämlich das IMMUNSYSTEM.


Saludos – BS77


____________________________
weisste wat echt depressionen auslöst ???

dein geschreibsel !!!


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  #6  
Old 22.11.2009, 09:48
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Red Red is offline
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Default Hallo,

wie wäre es, wenn man mal einfach beim Thema „Depression“ bliebe? OBWOHL der Anstoß dazu von Bläck kommt ;-)
Und auch nicht wieder das Gesamtpaket aller gesellschaftlichen, politischen, sozialen, globalen, „neoliberalen“ *g Problematiken zu einem „depressiven Einheitsbrei“ vermengen.

Es gibt, glaube ich 20.000.000 (ohne Gewähr, meine, die Zahl in einem Bericht gehört zu haben) Menschen in Deutschland, die mindestens ein mal im Leben unter Depressionen leiden. In einigen Jahren wird diese Krankheit Nummer 1 in Deutschland sein – noch vor Herz- und Krebserkrankungen. Jedes Jahr sterben ca. 9000 Menschen an den Folgen einer Depression. Doppelt so viele wie im Straßenverkehr.
Alkoholismus, Drogensucht, Kaufsucht, Spielsucht usw. KÖNNEN Folgen einer Depression sein bzw. können damit einher gehen. Dadurch erhöht sich die Zahl der
Betroffenen um ein mehrfaches.

Bläck, warum sich niemand zu dem Thema äußert?
  • weil DU es auf den Tisch gebracht hast!
  • weil es genau das bestätigt, was Du angesprochen hast:
    die Stigmatisierung.
  • weil hier immer wieder alles durch den Dreck gezogen wird – sogar lebensbedrohliche Krankheiten.

Joanne, ich bin kein großer Forenschreiber (ab und zu lese ich mal einen Beitrag). Aber heute morgen beim Spülen (ich hasse dies Hausfrauenpflicht *g und lasse währenddessen meine Gedanken schweifen) dachte ich an Dich, und dass Du Dich vielleicht auf eine Reaktion Deines Beitrages freuen würdest.

Lexi, ich mag Deinen Humor und Deine bissigen Bemerkungen. Aber ich würde mich freuen, wenn in diesem Thread jedes „Chatgehabe“ außen vor bliebe.

Vielleicht findet dadurch der ein oder andere den Mut, sich hier zu äußern, um Rat zu fragen, sich auszutauschen. Für manche Depressiven kann so ein Schritt der erste Weg zur Heilung bzw. zum lebenswerten Umgang mit dieser Krankheit sein.

Sicher, für einen „Gesunden“ ist es nicht nachvollziehbar, in so einem Forum Hilfe zu suchen. Aber Depressive werden krankheitsbedingt von Emotionen geleitet, nicht von Logik. Sie befinden sich in einem Tunnel, in dem sie kein Licht am Ende sehen.

20.000.000 sind 25 % der Bevölkerung. Warum sollten nicht 25 % der Chatter unter Depressionen leiden ? Also – nicht nur ein Gesellschaftsproblem sondern auch ein „Chatproblem“?

Lieben Gruß

Red
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  #7  
Old 22.11.2009, 11:43
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Moin –

Gestänkere ist stets hoch im Kurs – siehe unten.


Quote:
Originally Posted by Lexi View Post
weisste wat echt depressionen auslöst ???
Quote:
Originally Posted by Lexi View Post


dein geschreibsel !!!
Gracias dios kann ich das locker verschmerzen.


Quote:
Originally Posted by Red View Post
wie wäre es, wenn man mal einfach beim Thema „Depression“ bliebe?
Quote:
Originally Posted by Red View Post

Lexi, ich mag Deinen Humor und Deine bissigen Bemerkungen. Aber ich würde mich freuen, wenn in diesem Thread jedes „Chatgehabe“ außen vor bliebe.
Gebe dahingehend RED Recht – und Lexi Unrecht.

Bissige Bemerkungen haben dennoch „was“ – ich mag´s, dennoch in diesem Fall von Lexi zur falschen Zeit am falschen Ort.

Allgemein.
Mein Beitrag, auch in der vorliegen Art der Formulierung, ist grundsätzlich richtig und hat mit Polemik oder hintergründiger Satire nichts zu tun.

Wer da meint Beiträge von BS77 stets abqualifizieren zu müssen/zu wollen, der/die tut das willkürlich, sozusagen aus Spaß an der Freud sowie aus niederen Beweggründen und reibt sich die Hände dabei glühend im Ziel besessen – ahhh – dem Depp, dem geb´ ich´s jetzt.

Ich habe dieses Thema – und Red hat das ja auch richtig erkannt – mal hier eingebracht und dachte mir, na ja, eventuell wäre das ja mal eine ausführliche Debatte/Diskussion wert – auch mit den dazu logischerweise verschiedenartigen Meinungen, vielleicht sogar Erfahrungen.

Joanne hat sich konkret geäußert – dafür hat sie meinen Respekt . Lexi hat sich ebenfalls geäußert – siehe oben. . . . .

Tja – schauen wir mal, was da noch so kommt. Schwierig und komplex ist dieses Thema allemal und bei allem Spaß, den ich sonst sehr gerne mache – bei diesem Thema ist mir auch nicht unbedingt zum Lachen zumute. Und wer sich hier auf Kosten anderer belustigen will oder in variabler Art versucht User irgendwie lächerlich zu machen, der hat innerhalb dieses Threads sowieso nix verloren.

In diesem Sinne

Saludos – BS77

______________________________________________
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  #8  
Old 22.11.2009, 12:11
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hobo hobo is offline
gegen rechts
 

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Default Depressionen

Lange habe ich mir überlegt, ob ich hier schreiben soll oder besser nicht. Ich machs einfach mal.

Ende letzten Jahres zeichnete sich bei mir ein sog. Burnoutsyndrom ab, das ich aber übergangen habe und somit nicht behandelt wurde. Anfang Januar war ich in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt und bin direkt in einer psychiatrischen Klinik als suizidgefährdet gelandet. Dort war ich fast 3 Monate. Danach versuchte ich einen Termin bei einem Psychiater für die weitere Behandlung zu bekommen. Das hat 10 Wochen gedauert.

In dieser Zeit bin ich endgültig in eine sog. Major Depression abgerutscht und dort bin ich immer noch.

Zunächst zur Definition. Depression ist eine organische Krankheit. Wissen die Wenigsten. Bestimmte Botenstoffe werden im Gehirn zu schnell absorbiert und fehlen. Das sind im wesentlichen Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.

Bei schweren Depressionen hilft, auch gegen die landläufige Meinung, keine Psychotherapie. Man behandelt ausschließlich mit Antideppressiva. Leider wirken die nur bei ca. 80% der Betroffenen.

Derzeit geht man davon aus, dass 4 Mio. Menschen in Deutschland an Depressionen leiden. Davon sind ca. 10% schwere Depressionen. Alle anderen als die schweren, werden mit einer Kombination aus Tabletten und kognitiver Verhaltenstherapie behandelt und die Erfolgsaussichten sind recht gut.

Die Selbstmordquote scheint eher bei 12.000 pro Jahr zu liegen.

Soviel dazu. Ich selbst bin nicht der Meinung, dass unsere "Gesellschaft" oder gesellschaftliche "Kälte" das Problem sind.

Leider kann man als Betroffener nicht über seine Krankheit reden. Einerseits ja, wegen der Stigmatisierung, man ist dann sehr schnell ein Bekloppter und andererseits, weil einen ein Gesunder nicht verstehen kann.

Am liebsten höre ich dann Sprüche wie, "reiß dich zusammen", "gib dir Mühe", "beweg deinen hintern" und ähnliches. Diese zeigen, dass diese Krankheit längst noch nicht in der Gesellschaft angenommen wird.

Am besten ist, wenn jemand sagt, wenn man nur will, dann schafft man das auch. Das ist dann das klassische K.O.

Nicht richtig ist, dass depressive Menschen von Emotionen gesteuert werden. Sie haben keine mehr...

lg
Hobo
__________________
lg
Hobo
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  #9  
Old 22.11.2009, 16:11
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Red Red is offline
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Red befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Default Depressionen ...

... können, müssen aber nicht bis zur Emotionslosigkeit/Gefühllosigkeit führen.

Teile der Wissenschaft unterscheiden zwischen Emotionen und Gefühlen. Wie und warum würde hier zu weit führen.

Menschen, die absolut gar nichts mehr spüren - keine Angst, keine Hoffnungslosigkeit, keine Verzweiflung, keine Trauer und geschweige denn Freude usw. können an einer noch tiefgreifenderen Krankheit leiden als die Depression.

Die Depression ist u.a. geprägt von Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, tiefer Trauer und/oder Ängsten. Das sind Emotionen/Gefühle.

Auch kann eine Depression körperliche Symptome hervorrufen, die die eigentliche Krankheit „versteckt“. So ist man als vollwertiges Mitglied in der Gesellschaft noch akzeptiert. Herz-, Magen-, Rückenschmerzen werden anerkannt und „bemitleidet“. Eine kranke Seele nicht!

Zunächst zur Definition. Depression ist eine organische Krankheit. Wissen die Wenigsten. Bestimmte Botenstoffe werden im Gehirn zu schnell absorbiert und fehlen. Das sind im wesentlichen Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.“(Zitat Hobo)

Eine Depression ist keine „organische“ Krankheit. Sie kann als Begleiterscheinung eines organischen Leidens auftreten oder als „autonome“ Krankheit. Das Gehirn ist dann zwar „organisch“ gesund, zeigt aber während depressiven Episoden im EEG Frequenzen, die auf Depressionen hinweisen. Die Depression kann viele Ursachen/Auslöser haben. Genetische Disposition, Reaktion auf ein äußeres Ereignis, Erlebnisse in der Vergangenheit, Stoffwechselstörung (wie es Hobo beschrieben hat) oder alles zusammen. Eines kann das andere bewirken, ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Es gibt nicht DIE Depression. Es gibt unterschiedlichste Ursachen und Auswirkungen. Darum ist die Diagnose auch für manche Ärzte so schwierig zu diagnostizieren.

Therapeutische Hilfe ist auf jeden Fall angebracht!! Überlebenswichtig allerdings ist die richtige, speziell abgestimmt Medikation!!
Manche Menschen durchleiden diese Krankheit nur ein mal im Leben. Sie können geheilt werden. Andere wiederum erleben immer wieder Episoden tiefer Depression. Sie sind also chronisch krank.

Aber auch damit kann man mit der richtigen Behandlung durch Medikamente und temporärer therapeutischer Hilfe lernen, ein lebenswerte Leben zu führen.
Es gibt viele chronisch Kranke (z.B. Diabetes), die mit guter medizinischer Versorgung lebenswert uralt werden können.

Allerdings hapert es in Bezug auf Depression in unseren „Krankheitssystem“.
Hobo – mit 10wöchiger Wartezeit hast du noch Glück gehabt. Es kann bis zu einem halben Jahr dauern, überhaupt mal zu einem Vorgespräch „vorgelassen“ zu werden. Dann ist es für einige schon zu spät...

Aber auch mit guter medizinischer Hilfe kann diese Krankheit tödlich enden – wie jede lebensgefährliche Krankheit - und wie das Leben überhaupt...

Umso wichtiger ist es, diese Krankheit endlich ernst zu nehmen. Es ist eine lebensgefährliche Krankheit mit steigender Tendenz!!! Die Betroffenen müssen das Recht in dieser Gesellschaft bekommen, zu erkennen und sagen zu dürfen: ich habe Depressionen. Genau so wie wenn jemand einen Beinbruch, einen Infarkt oder Krebs hat.
Raus aus der Ecke der „Willensschwäche“, der Scham, dem Minderwertigkeitsgefühl, dem Gefühl, ein Versager zu sein!

Würde man einem Menschen mit offenem Beinbruch sagen: Nun stell dich mal nicht so an, wenn du wirklich gehen willst, kannst du das auch?

Lieben Gruß

Red
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  #10  
Old 22.11.2009, 16:25
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Red Red is offline
Kümmelspalterin
 

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Absatz 7 - "zu diagnostizieren" streichen

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