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Ernste Diskussionen Themen mit etwas mehr "Tiefgang", welche weder so richtig in "Smalltalk" noch in "Politik & Wirtschaft" passen

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  #1  
Old 06.04.2011, 12:47
joanne joanne is offline
In Gedenken an
 

Join Date: 16.03.2008
Location: OWL
Posts: 197
joanne befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Default geburtenkontrolle in afrika?

Hallo, jedermann/frau! bin lange nicht "hier" gewesen und bin deshalb nicht sicher, ob ich mich mit obigem themenvorschlag nicht etwa wiederhole. Ich bringe meinen gedanken einfach mal vor: Diskutiert wurde die gestellte frage in öffentlichen diskussionen jedenfalls. Da wurde auf seite der ablehner einer solchen idee das argument vorgebracht, dass viele kinder die garantie der alterversorgung der elterngeneration bedeuten würden.
Ich möchte aber dagegen zu bedenken geben, dass, wenn das wenige an nahrung, das geteilt werden muss ( wir sprechen von armen menschen in afrika),unter viele geht, dann bekommt das einzelne kind wahrscheinlich kaum genug um überhaupt über ein kindesalter hinaus gesund leben zu können. Besser also ist,- wäre doch,- nur 2 kinder zu haben, die gesunde und kräftige erwachsene werden würden und die dann auch tatsächlich für die eltern sorgen könnten. Natürlich stellt sich daneben prinzipiell die moralische frage, ob und wie man eine beschränkung der familiengröße ein-
und durchführen könnte (dürfte?)
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  #2  
Old 06.04.2011, 14:41
bosn bosn is offline
Chatter und Forenschreiber
 

Join Date: 22.02.2008
Location: Hamburg
Posts: 662
bosn befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Default nahrung und treibstoff

hieß es doch in den letzten Jahrzehnten, es sei genug Nahrung auf der Erde, um alle Menschen zu versorgen, falls die Verteilung stimmen würde, so wissen wir heute, dass nicht genug Nahrung für alle Menschen vorhanden ist. Dies ist seit etwa 2 Jahren so. Würden alle Menschen so leben, wie wir Europäer oder Amerikaner es tun, bräuchten wir 2 oder mehr Planeten für Nahrung und Energierohstoff. Es ist natürlich locker, eine 1 oder 2 Kindpolitik in Afrika oder Asien oder Indien einzuführen, da diese uns nicht trifft. Den Menschen dort würde es den letzten Rückhalt nehmen. Wir könnten weiter Nahrung zu Treibstoff machen, weiter so leben, wie wir leben und den Mist, den wir verzapfen auch weiterhin auf dem Rücken der Ärmsten der Welt ausbaden. Hauptsache die Autos hier laufen, selbst wenn Nahrung dafür drauf geht. Jeder mindestens 3 mal im Jahr nach Malle oder für maximal 300 Euro in die Türkei ( Vollverpflegung und Saufen inklusive Flug). Wir sollten erstmal hier anfangen, zu überlegen was wir tun. Nix für Ungut.
__________________

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  #3  
Old 06.04.2011, 18:58
joanne joanne is offline
In Gedenken an
 

Join Date: 16.03.2008
Location: OWL
Posts: 197
joanne befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Default

hallo, bosn. ich danke für deine reaktion auf meinen themenvorschlag. gut, dass ich hierdurch öffentlich antworten kann, denn mein gewissen ist hinsichtlich deiner verborgenen (?) kritik an meiner auffassung der sachlage, absolut rein. es ist richtig, dass du solche bedenken wie geäußert, frei vorbringst; aber, wie gesagt, ich ziehe mir den schuh nicht an.
Alle jahre, die ich in den urlaub fuhr, benutzte ich, aus umweltschongründen den zug- wo möglich, oder den gemeinsamen reisebus. von kanada, wo ich 35 jahre lebte, musste ich ja allerdings für den heimatbesuch das flugzeug benutzen. (in der bahn habe ich stets mit mir geführtes info.material, die gefahren für unseres planeten zukunft betreffend, ausgelegt in günstigen augenblicken, wie beim verlassen des zu ges oder in der toilette liegen gelassen. jetzt, mit beinah 90 jahren, verreise ich nicht mehr, aber: ich habe mich- mir selbst nicht mehr erinnerlich-anscheinend mal an einer diskussion im ZDF, mit dem thema "zukunft" beteiligt. Jedenfalls, was ich gar nicht wusste, ist mein beitrag zitiert worden in dem "blog.zdf.de", so teilte mir jemand mit, die mich persönlich nicht kannte, aber meinte, die aussage könne wohl von mir stammen. also, kannst du diesen blog finden? ich habe ja nur das "kleine einmaleins" erlernt (abgeguckt), um mit einem lap top umgehen zu können. Falls du ihn findest und liesest, dürfte ich rehabilitiert sein.
alles gute, joanne
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  #4  
Old 06.04.2011, 23:52
Pilot040's Avatar
Pilot040 Pilot040 is offline
Unwichtig...
 

Join Date: 21.02.2008
Location: NRW
Posts: 1.180
Pilot040 has disabled reputation
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Das erinnert mich an einen neulich gezeigten US Science-Fiction:
USA in naher Zukunft ... hoffnungslose Überbevölkerung in den Metropolen, Paaren sind nur noch jeweils 1 Kind erlaubt, jedes Weitere ist "illegal" und das Kind wird den Eltern abgenommen und heimlich zu einer halben Maschine umfunktioniert, um im Sinne der "Obrigkeit" zu dienen.

Die Eltern wandern, sobald sie erwischt werden, für 30 Jahre in einen unterirdischen, voll computerisierten Knast mit Laser-Barrieren und 30 Stockwerken unter der Erde, in dem sie an dessen stetigen Ausbau mitarbeiten müssen.

Geleitet wird der Knast von einem total durchgeknallten, sadistischen Halbmenschen, der seinerseits auch schon in Teilen aus "Maschine" besteht und von seinem Kommandopult aus sämtliche Kameras und (Laser)-Folterwerkzeuge bedient.

Gelaufen wird nur innerhalb von Markierungen: Gelb bedeutet unsagbarer Schmerz, rot bedeutet den Tod.
Achja: Die Insassen bekommen bei Eintritt eine Kapsel implantiert, welche diverse Reize bis hin zum Tod auslösen kann und mit deren Hilfe die Insassen "kontrolliert" werden.

Letztendlich wacht zunächst unbemerkt über dem Direktor noch der (weibliche) Computer, der ein gewisses Eigenleben entwickelt hat und das Spiel auf die Spitze treibt, letztendlich sogar den Direktor beim "obersten Rat" anschwärzt und für dessen Absetzung sorgt.
.
Die winzigen Zellen sind hoffnungslos überbelegt und besitzen keine Zellentüren. Dafür aber äußerst (heiße, schmerzhafte) Laserschranken die vom Computer gesteuert werden.

Kern der Handlung ist wie gesagt die Geburtenkontrolle staatlicherseits, mit allen Mitteln.

Fiktion? Oder in naher Zukunft in ähnlicher Form bittere Realität?
Das mag Jeder für sich entscheiden...
__________________
Gruß,
Pilo



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  #5  
Old 07.04.2011, 12:22
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BluesB4Sunrise BluesB4Sunrise is offline
Homo Sapiens Forensis
 

Join Date: 23.02.2008
Location: OWL
Posts: 877
BluesB4Sunrise befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Eine Geburtenkontrolle findet doch längst statt.
Und zwar mittels finanzieller Anreize durch z.B. steuerliche Vergünstigungen auf der einen Seite und durch eine Art "natürliche" Selektion auf der anderen Seite der Welt.
Die einen haben mehr als genug Wohlstand und sollten sich gefälligst Kinder davon leisten, tun es aber nicht freiwillig und bei den anderen heisst es halt: Du brauchst eine große Familie, damit du im Alter nicht verhungern musst und kriegste sie als Kinder nicht satt, verhungern sie zuerst und du danach. Das ist dann eben dumm gelaufen, aber du hast keine Alternative, also streng dich mal an.

Während wir hierzulande das Problem haben, dass uns der (eigene) Nachwuchs ausbleibt, weil sich allerorten der Gedanke durchsetzt, man könne sich keine Kinder mehr leisten, liegt das Problem am anderen Ende der Welt eben umgekehrt gelagert: Man kann es sich nicht leisten, keine zu haben.
Dass unser demographisches Problem genau dort seine Ursache hat, sieht niemand, oder will es nicht wahrhaben, denn Kinder zu haben, bedeutet ja, seinen sauer verdienten (oder geerbten) Wohlstand mit ihnen teilen zu müssen. Aber ehe man öffentlich zugibt, dass man zu geil - Verzeihung, "zu geizig" dazu ist, schiebt man lieber andere Argumente vor. Zum Beispiel die Sache mit dem Verantwortungsbewusstsein.
Weil wir anstelle von Familienplänen andere Prioritäten setzen, oder einfach zu oberflächlich sind, prangern wir jene der Verantwortungslosigkeit an, die sich im familiären Umfeld absichern, statt auf staatlich organisiertes Altersruhegeld zu bauen. Wo kämen wir auch hin, wenn plötzlich unsere schöne Riesterrente offiziell zur Luftnummer erklärt würde und man hochoffiziell gesagt bekäme: Wenn du willst, dass es dir im Alter gut geht, dann sorg dafür, dass du in der Familie alt werden kannst, sonst biste irgendwann auf minderwertige ambulante Pflege angewiesen und ganz schön allein.
Wir beklagen lieber, dass wir Deutschen aussterben und schieben dem Ausländer die Schuld in die Schuhe, weil er mehr Kinder in deutschen Schulen hat, als wir selbst und ärgern uns drüber, wenn sie sich auch noch durchsetzen.
Sowas verantwortungsloses muss man sich mal vorstellen...

In Anbetracht der Tatsache, dass eine verhältnismässig kleine Bevölkerungsgruppe (wir) einen Großteil der Ressourcen dieser Welt für ein Leben im relativen Luxus beansprucht, finde ich es schon mehr als anmaßend, wenn "wir" nun auch noch den Armen dieser Welt erklären wollen, wie sie sich verantwortungsvoll vermehren sollten.
Es reicht halt nicht mehr, dass wir noch immer fleissig damit beschäftigt sind, die dritte Welt auszubeuten. Wir erwarten gefälligst auch ein bisschen Dankbarkeit und Kooperationsbereitschaft dafür, denn immerhin spenden wir ja fleissig einen Bruchteil unserer Beute freiwillig zurück und liefern obendrein noch unsere Abfälle dort ab. Zum Beispiel Autos, die hier nicht mehr fahren dürfen, weil sie die Umwelt verpesten. Die können da ja noch gute Dienste leisten.

Wir vergessen dabei allzugern ein paar Details.
In den armen Regionen Afrikas gibts weder Sozialversicherungen noch Renten, die der Allgemeinheit das Überleben im sogenannten Bedarfsfall zumindest auf Minimalstandard sichern. Das mag und kann man sich hier gar nicht vorstellen.
Ein weiterer Faktor ist ebenso unbeliebt, aber auch nicht zu verachten:
Die Kindersterblichkeit ist schlichtweg höher.
Was hierzulande als Horrorbilder von unvorstellbarer Not durch die Medien geistert, wird dort als Teil der alltäglichen Normalität ertragen.
Nicht, weil man es gut findet, sondern weil es die nackte Wahrheit ist und wenn man gern 1 oder 2 Kinder erwachsen werden sehen möchte, die sich später um einen kümmern können, dann sollte man sicherheitshalber besser 3-4 auf die Welt bringen - und zwar zeitig, denn man wird dort nicht so alt, wie hier. Das ist ein ganz normales, biologisches Prinzip. Je mehr sterben, desto mehr müssen geboren werden.

Wie man sieht, kann man die dritte Welt mit unserer in diesem Sinne gar nicht richtig vergleichen, weil es 2 vollkommen verschiedene Welten zu sein scheinen. Dem ist aber nicht so.
Es sind nur 2 Seiten ein und derselben Welt - und nun fragen wir mal ganz dumm, wer denn eigentlich auf diese blöde Idee mit der Globalisierung gekommen ist.
Waren wir das?
Das muss mal nachgebessert werden, wie es scheint. Wollen die etwa denselben Anteil vom Kuchen wie wir?
Dann sollen sie sich erstmal anpassen und wie wir mit dem Aussterben anfangen.


Bosns Beitrag trifft es meines Erachtens mal wieder im Kern.
Wenn die Industrienationen plötzlich vorgeben, aus humanitären Gründen geburtenregulierend in der dritten Welt eingreifen zu wollen, dann geht es schlichtweg nur um den Erhalt des eigenen Wohlstandes.
Agrarflächen sind begrenzt, Ernten ebenfalls.
Rechnen wir mal ganz provokativ nach:
Auf 50 Liter E10 werden ca. 15 Kilo Getreide verbraucht.
Wenn man also weiterhin PS- und verbrauchsstarke PKW als ökologisch vertretbar verkaufen möchte, dann muss man dafür sorgen, dass es ausreichend ökologisch vertretbar produzierten Treibstoff gibt.
Biosprit war da der geplante Verkaufsschlager als Vorstufe zum Elektromobil.
Ob der Sprit nun wirklich bio oder öko ist, spielt dabei absolut keine Rolle. Man muss es nur entsprechend verkaufen und wenn es aus Pflanzen gemacht wird, ist es eben bio und bio ist quasi von Natur aus sauber.
"Sauber" ist eine der wichtigsten Eigenschaften des modernen Menschen im Gegensatz zum Ne...ährm... zum Naturvolk und deshalb steht uns Biosprit auch zu. Ganz abgesehen davon ist es ja unser Getreide und was wir damit machen, ist halt unsere Angelegenheit.

Aber - wer lässt sich schon gern vorwerfen, dass die letzte Woche ökologisch wertvolles Autofahren (zum Briefkasten, zur 70 kilometer entfernten Arbeitstelle, just for fun, um die Einzelkinder von einem Clubtermin zum nächsten zu kutschieren...) dazu geführt hat, dass in Afrika 30 Kinder mehr verhungert sind?
Gannnz schlechtes Marketing !
Das muss geändert werden.
Es ist eine klassische Rechnung mit beliebig vielen Variablen und nur einer Konstante - und das ist die agrarlich nutzbare Landfläche. Daraus resultiert eine maximale Ertragsmenge an nachwachsenden Rohstoffen.
Ein immer schneller zunehmender Teil dieser Fläche wird nun nicht mehr für die Herstellung von Lebensmitteln verwendet oder zerstört, damit die Preise stabil bleiben, sondern wird als Energiequelle verwendet.
Alle reden sowieso vom Energiesparen und von einem gesteigerten Ökobewusstsein.
Bevor die Leute aber hier ernsthaft darüber nachdenken, wie man den Energieverbrauch bei uns nachhaltig senken kann und plötzlich der Umsatz fällt, wird eben drüber nachgedacht, wie man die verfügbare Energiemenge (kurzfristig) maximieren kann. Neue Anbaumethoden, Gentechnik, Biotechnology, etc. - schöne neue Welt.
Aber auch das hat Grenzen und schon jetzt weiss man, dass auch die so produzierte Energiemenge nicht reichen wird und damit kommen wir schlussendlich doch zum Thema Einsparungen. Die sind unpopulär, man kann nichts dran verdienen und daher sollte jemand anderes für uns einsparen.
Wen hätten wir denn da?
Achja, die dritte Welt. Die wollen doch jetzt modern werden und sind Sparen ohnehin gewöhnt.
Wie die dritte Welt ihren Energieverbrauch senken kann, da es abgesehen von menschlichem Nahrungsmittelbedarf auf den einzelnen Kopf kaum nennenswertes Energiesparpotential gibt, muss man dann mal sehen.
Die Mindestmenge an erforderlichem Energiebedarf pro Person ist ja dummerweise biologisch vorgegeben und man kann die Leute ja schlecht im sinne des Fortschritts offiziell zum Hungern auffordern.
Was bleibt?
Es muss eben an der Menge Mensch gekürzt werden, damit wir weiterhin auf gleichbleibendem Verbrauchsniveau leben können. Zuviel Biomasse Mensch verbraucht einfach zuviel Landmasse.
So siehts halt aus.
Jetzt kommt es nur noch darauf an, wie man es verkauft.

Da packen wir also mal wieder unser Missionarsköfferchen und ziehen los, um dem Rest der Welt das Heil zu bringen.
Man kanns als mitfühlender Mensch auch einfach nicht mit ansehen, wie die Armen leiden.
Man muss ihnen einfach helfen.
Alles andere wäre wirklich nicht verantwortungsbewusst...
__________________
If you´ve ever had the Blues, you´ve got a hole in your soul
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  #6  
Old 07.04.2011, 12:45
Mr.Bad Mr.Bad is offline
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Join Date: 07.03.2008
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Mr.Bad befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Wir sollten uns erstmal die überhebliche Arroganz abgewöhnen, mit der wir meinen alles auf dieser Welt beurteilen zu müssen.

Wie kommen wir dazu darüber zu diskutieren ob in Afrika eine Geburtenkontrolle stattfinden soll oder nicht ?

Das ist allein Sache eines jeden einzelnen Menschen, bzw in diesem Fall allein Sache der Afrikaner. Es liegt auch allein in der Verantwortung der Afrikaner.

Die 800 Mio Wohlstandbürger der westlichen Hemisphäre erlauben sich Urteile und Lösungen für die restlichen 6 Mrd. Menschen, und spielen Oberlehrer in Sachen Gesellschaftsformen und Zukunftsperspektiven.

Entwicklung kann nur von alleine kommen, und die Richtung der Entwicklung bestimmen die jeweiligen Länder selbst.
Wir schicken Wahlbeobachter in den Kongo beurteilen den Rest der Welt nach unseren Maßstäben, und machen "Hilfe" davon abhängig, dass sich die Leute unserem "way of life" fügen.


Schlicht. Es geht uns NICHTS an, welche ureigenen persönlichen Entscheidungen jeder Afrikaner für sich und sein Leben selbst trifft.
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  #7  
Old 07.04.2011, 14:39
joanne joanne is offline
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joanne befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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es tut mir unendlich leid, dass meine gestellte frage eine so, von mir nicht erwartete kritische reaktion verursachen würde. ich gebe zu, dass ich die vorgebrachten argumente nicht bedacht habe. das hat aber z.t. damit zu tun, dass ich es für selbstverständlich hielt und seit jahren halte, dass wir auf der sonnenseite des lebens unseren anteil an der erhaltung unseres planeten beisteuern, und zwar durch opferung unserer ausschweifenden lebensart. ich könnte eine lange liste anführen, die aufzählt wie ich beinah jeden tropfen wasser "3mal umdrehe". die stadtwerke haben mir bestätigt, dass mein verbrauch beinah ein drittel unter dem deutschen durchschnitt liegt
in den urlaub fuhr ich seit jahren nur mit zug oder gemeinschaftlichem bus. ich "predige" überall sparsamkeit mit strom (habe mir im heim, wo ich lebe, schon den mund verbrannt mit meiner kritik an der vergeudung und als ich drauf hingewiesen wurde, dass es von oben herab (als sicherheitsmaßnahme für uns alte) vorgeschrieben sei, habe ich wieder bei "oben" angerufen und argumentiert, dass eine solche vorschrift doch aber auch je nach sachlage, variabel sein können müsse (bei strahlendem sonnenschein eben anders als bei dunklerem himmel). gerade habe ich an sigmar gabriel geschrieben mit dem vorschlag, ob man nicht aus umweltschutzgründen die vielen, nachts unnötig beleuchteten etagen von hochhäusern abschalten sollte. die 2-3 unteren müssen erhellt bleiben wegen einbruchgefahr und ebenso die obersten zur flugsicherheit-aber alles dazwischen, zum teil zig stockwerke, müssten abgeschaltet werden, am besten natürlich weltweit; wäre das eine ungeziemte einmischung in anderer länder affären? muss man nicht unterscheidungen machen, was global gut und was nicht nötig ist? ich denke über eure bedenken nach und will mich gern belehren lassen, wie man a u c h darüber denken kann.
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  #8  
Old 08.04.2011, 12:31
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Unter Freiheit verstehe ich, dass ich selbst entscheide ob in meinem Hochhaus in den mittleren Etagen das Licht brennt oder nicht.

Im Grunde sind solche Ideen, dass man die Menschen dazu verpflichtet das Licht abzuschalten, nichts anderes als eine Diktatur.

Wer legt fest, was vernünftig ist und was nicht ? Wer ist diese obere Instanz ? Wird sie demokratisch gewählt ? Weltweit ?
Wie sanktioniert man "unvernünftiges/unmoralisches" Verhalten welches nicht dem Regelwerk entspricht ? Wer nimmt sich das Recht zu bestrafen ?


Wie wird derzeit damit umgegangen, um von staatlicher Seite zu lenken ?
Indirekt ist die Verhaltensdiktatur schon längst Realität.
Es wird gelenkt über den Energiepreis, der zu wesentlichen Anteilen nichts mit Markt zu tun hat, sondern aus staatlichen Zuschlägen besteht.

Der alte Traum der Grünen, dass Benzin 5 DM per Liter kosten sollte, ist nichts anderes als eine indirekte Diktatur, verpackt unter dem Mäntelchen der Vernunft. Es ist schön längst Realität.
Damit wird nur versteckt, dass man nicht den Mumm hat, den Leuten den Autokonsum per Dekret einzuschränken, weil das dann eine ganz offensichtliche Einschränkung der Freiheit eines jeden Einzelnen wäre.
Der nächste Schritt wären Lebensmittelgutscheine, Stromrationen, Wasserartionen. Mehr als 300 g Fleisch die Woche braucht kein Mensch, hat die Gutmenschenkomission beschlossen und verordnet.
Mehr als 1500 kcal braucht auch kein Mensch, man würde gar Wasser sparen, weil die Haufen die später weggespült werden müssten nen Stück kleiner wären.

Was wäre das Ergebnis ? Die Vernunftdiktatur, mit dem Ziel des egalisierten gleichgemachen Menschenlemmling. Sogar die Haufen die jeder Einzelne macht wären ähnlich gross. Wunderbar.



Um 1600 wurde es auch allgemeingültig für vernünftig erachtet Hexen zu verbrennen.

Ich bin auch kein schlechter Mensch, wenn ich allein mit meinem Auto in Urlaub fahre, anstatt mit dem Gemeinschaftsbus.
Wäre man konsequent, würde man gar nicht in Urlaub "fahren" .

Was wägt man also ab ? Kleines Vergehen gegen großes Vergehen ?

Wer legt die Grenze fest, ab wo es klein oder gross ist ?

Das "vernüftigeste" wäre es doch, den Menschen zu verbieten in Urlaub zu fahren.
Würde ich ähnlich Maßstäbe ansetzen, könnte ich nun mit dem Finger auf dich zeigen, und behauten dass du mit deiner Busreise Ressourcen verschwendet hast. Ich war nämlich die letzten Jahre gar nicht in Urlaub, weil ich keinen Bock hatte. Mir gehts trotzdem recht gut, vermute ich.

Womit wir wieder bei dem Punkt wären. Wer legt fest ? Wer macht die Regeln ? Wer ist so von sich eingenommen, zu glauben, er könne über andere entscheiden ?


Wer glaubt, dass es irgendwem in der Sahelzone hilft, wenn er hier anstatt 50m³ Wasser per Anno, nur 25m³ verbraucht, der sollte sich eventuell mit diesen Themen wirklich auseinandersetzen.

Der Planet ist nunmal "ungerecht" konstruiert. Die einen haben Wasser in Hülle und Fülle, während die anderen gar nichts haben.


Da die meissten Menschen im Westen ja überzeugte "Demokraten" sind, und sich riesige Gedanken über den Planet machen, wär die einzige Möglichkeit, dass eine übergeordnete Instanz einen Regel-/Verhaltenskatalog festlegt.
Das es ums Globale geht, müsste auch global abgestimmt werden.
Ich bin mal gespannt, welche Gesichter hier gezogen würden, wenn die Chinesen und Inder dieses Regelwerk, welchem wir uns dann logischer-/fairerweise unterzuordnen hätten, entwerfen und festlegen würden.

Die chinesische Bevölkerung kommt mit Sicherheit zu ganz anderen Ergebnissen, was global gut tut, und was nicht.
Nem Inder der Hunger hat, und der nachts friert, ist es scheissegal wie die Bude warm wird, Hauptsache sie wird warm.




PS: Ich bin wirklich dafür, dass die Kommunen an Weihnachten die Städte nicht mehr mit beleuchteten Verzierungen schmücken, weil ich das nicht als Aufgabe der Kommunen ansehe. Ich werde enteignet mittels Zwangsabgaben, mit denen dann so etwas überflüssiges finanziert wird, nur weil die Mehrheit den Blödsinn für gemütlich hält.
Meinungsdiktatur ?

Wer sowas toll findet, bzw für sich selbst als einen wichtige Sache erachtet, der kanns ja gerne tun.
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  #9  
Old 08.04.2011, 14:01
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Pilot040 Pilot040 is offline
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Ich weiß gar nicht, ob der "Blödsinn" wirklich so "überflüssig" ist, wie es zunächst scheint.
Denn immerhin ist erwiesen, dass die Meisten diese Atmospähre mögen und sie die "Kauflust" gerade in der wichtigen Weihnachtszeit (s.g. "Jahresendgeschäft") maßgeblich fördert. Es wird regelrecht "erwartet".
Und das kommt dann nicht nur dem Handel zugute, sondern indirekt bekanntlich der gesamten Wirtschaft! Und natürlich direkt auch der jeweiligen Kommune, die das Lichterspektakel ausrichtet und finanziert (sofern es nicht die Händler ohnehin selbst tun).

Manchmal muss man da eben etwas "eckiger denken" (bzw. weitsichtiger gucken).
Auch wenn einem das mit dem Schmuck vielleicht persönlich nicht so gefällt.
Man muss es ja dann selber nicht machen...
Aber ebenso könnte man dann darüber streiten, wie sinnvoll eine laufende Ampel Nachts nach 22.00 Uhr an einer kleinen Seiten-Einmündung ist, oder ob Straßenbeleuchtungen in kleinen Seitenstraßen wirklich die ganze NAcht hindurch brennen müssen usw usw usw...

Wir können ja alternativ zum elektrischen Schmuck wieder zu den Petroleum-Lampen zurück kehren.
Dann würde wenigstens kein (kostbarer/teurer) (Atom-)Strom "unnütz" verbraucht, sondern nur etwas Erdöl... ist ja dann nicht so schlimm ....
Davon haben wir doch noch genug, solange wir noch mit dicken SUV Fahrzeugen mit 20 Liter/100 KM durch die Gegend knattern können (z.B. um als Mutter unser Kind von der knapp 1,5 KM entfernten Schule abzuholen) ...
__________________
Gruß,
Pilo



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  #10  
Old 08.04.2011, 15:15
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Ich empfinde den ausdruck "Freiheit" gebraucht dafür, ob man selbst entscheiden darf, ob ein licht eingeschaltet werden darf oder nicht als etwas fehl am platz; Freiheit ist für mich ein höheres gut, besonders wenn man unter einem diktatorischem system gelebt hat, wie ich und deren vater sein und seiner familie leib und leben riskiert hat, als er dem dienstlichen befehl sich an einem verbrechen gegen behinderte menschen zu beteiligen widersetzte und die teilnahme verweigerte. wir wussten 1945, was freiheit bedeutet und genannt werden kann.
auch bin ich der ansicht, dass "homo sapiens"- der, ach, so weise mensch(!??), unsere erde an einen punkt gebracht und erwiesen hat, dass andere maaßstäbe gelten müssen, als unter idealen umständen, wenn alles reichlich vorhanden wäre für ALLE!!
da das aber nicht der fall ist, muß eine gewisse lenkung der abläufe des täglichen geschehens stattfinden. ich bin bereit, gewisse opfer zu bringen, die der zukunft unserer lieben erde dienlich sein würden.
Nochmal genauer zum thema "geburtenkontrolle?". ich meinte meine frage zunächst mal als ganz emotionslos, sachlich bedacht. von zwanghafter regelung soll nicht die rede sein; ich denke mehr an aufklärung über biologische tatsachen und zusammenhänge. es gab mal einen bericht von forschern in wenig entwickelten gegenden (ich glaube, es war Neu Guinea), dass die eingeborene bevölkerung wirklich nicht "informiert" war über gewisse zusammenhänge. Mir ist auch erinnerlich, dass ärzte in afrika beklagten, dass die reichen länder mehr zur bewältigung des problems der überbevölkerung in teilen des kontinents tun müssten, indem verhütungsmittel billiger werden würden und so eher von stammesoberen erworben und ausgegeben werden könnten. abgeschlossen habe ich mein thema bei der erstellung ja mit dem hinweis auf die zu stellende frage, ob es moralisch vertretbar sei,( in den natürlichen prozess einzugreifen). die frage ist also absolut nicht für mich ein klares ja oder nein. völlig stimme ich überein mit jedermann, der/die darauf drängt, dass wir wieder einfacher leben müssen. ich habe Viele der, auch häufig schon von staatlich unterstützten personen als notwendig erachteten geräte im hause, nicht; freiwillig nicht!
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