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Ernste Diskussionen Themen mit etwas mehr "Tiefgang", welche weder so richtig in "Smalltalk" noch in "Politik & Wirtschaft" passen

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  #11  
Old 13.08.2008, 23:15
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sun6262 sun6262 is offline
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Ich habe nur das von innen gesehen, in dem meine Mutter betreut wird.
Das ist eine tolle Einrichtung. Dennoch möchte ich so nie leben (müssen).
Dazu wie man als Betreiber geknechtet wird, kann ich so überhaupt nichts sagen und meine Kritik geht auch mit Sicherheit an diese.
Ich weiß aber, dass die Pension meiner Mutter, die nicht die schlechteste ist, bis auf ein paar Cent drauf geht, um es zu finanzieren. Es bleibt ihr nicht einmal soviel, dass sie jedem, dem sie etwas zu Geburtstag schenken möchte, dieses kann. Es reicht nur knapp für die nötigsten Kosmetika und das war es schon.
Ich weiss auch, dass man nicht immer alle Menschen zu Hause betreuen kann, weil es zu aufwendig wäre, 3- 4 mal täglich jemanden kommen zu lassen. In einer solchen Einrichtung ist halt vieles einfacher und kränkende oder kranke Menschen können optimal betreut werden.
Das alles immer mehr ausgequetscht wird, ist leider auch keine Neuigkeit mehr.
Aber viele Menschen sind halt dort untergebracht, obwohl es möglich wäre, sie daheim zu betreuen.
__________________
Man kann 20 Jahre die gleichen Fehler machen und dies dann 'Erfahrung' nennen
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  #12  
Old 14.08.2008, 12:52
trace
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Was ist das überhaupt: Pflegeeinrichtung?
Sammel- und Aufbewahrungsanstalt für einsame, hilfsbedürftige alte Menschen oder Abladestelle für die Lästigen, die Unbrauchbaren, um die sich sonst niemand kümmern will (oder angeblich kann) und die alleine nicht mehr zurecht kommen?

Da ist es natürlich leicht, am Ende der Kette mit der Kritik anzusetzen: bei den Pflegeeinrichtungen. Klar ist, dass es ganz gute, weniger gute und ausgesprochen miserable gibt. Aber ganz gleich welche, wer noch nicht selbst in der entsprechenden Situation ist, möchte nicht unbedingt das Ende seiner Tage in einer solchen beschließen oder tut sich zumindest sehr schwer mit der Vorstellung, dort einmal zu landen. Und wie will man den Zeitpunkt bestimmen, so auf den letzten Drücker noch die Kurve z.B. in die Schweiz oder nach Holland (zwecks Sterbehilfe) zu kriegen? Ohne Hilfe ist das kaum möglich. Und eines ist ebenfalls klar: Wer dann doch in einer Pflegeeinrichtung landet, kommt nicht mehr lebend raus - es ist die Endstation! Die schlimmste Vorstellung dabei ist wahrscheinlich, dass diese Zeit vor dem Ende in absoluter Hilflosigkeit und Fremdbestimmung verbracht werden muss - man ist ausgeliefert, ohne die geringste Hoffnung, und wenn es ganz schlimm kommt, ist es die Vorhölle.

Die eigentliche Crux ist doch, dass (besonders in D) immer weniger intakte Familien existieren, für die es selbstverständlich ist, ihre Alten mehr oder weniger liebevoll mitzutragen und zu begleiten. Im Gegenteil, wenn Oma oder Opa Arbeit machen, ist es legitim und beinahe selbstverständlich, sie im Altersheim zu parken, und das erst recht, wenn die Pflege zum Fulltimejob wird - die Kinder müssen ja Geld verdienen oder sind selbst nicht gut drauf. Es sind aber auch etliche Alte, die den eigenen Kindern oder Verwandten nicht mehr trauen (zu recht) und unter irgend einem Vorwand lieber freiwillig eine Einrichtung wählen - da sagt doch Alles!

Immer mehr Menschen vereinsamen, sind auf sich gestellt und rechnen dann mit einer Art "Verantwortungsbewußtsein" des Kollektivs, dass es natürlich so nicht gibt. Keine noch so gute Pflegeversicherung kann das leisten, was das einzelne Mensch individuell wirklich braucht. Staatliche Regelungen können nur von Normen ausgehen, also werden auch die Alten genormt und entsprechend "versorgt" - wie gesagt: das kann ganz brauchbar sein, aber auch ganz furchtbar!



P.S.: Familie als Wirtschaftsbetrieb? Passt! (wie die Faust auf's Auge)
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  #13  
Old 14.08.2008, 16:42
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hobo hobo is offline
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Man unterscheidet zwischen Altenheim und Altenpflegeheim. Deshalb stand im Titel dieses Threads eben auch Pflegeeinrichtungen.

Altenheime sind meist Seniorenresidenzen in unterschiedlichster Ausprägung. Hier steht das Wohnen im Vordergrund. Essen und Putzen wird dort vom Personal übernommen. Ärztliche Versorgung ist gewährleistet.

Bei Altenpflegeheimen geht es um stationäre Pflege rund um die Uhr. Dabei handelt es sich bei 70% der Betroffenen um demente Menschen.

Das hat mit Abschieben nichts zu tun. Diese Menschen können keinen Haushalt mehr führen und brauchen permanente professionelle Pflege. Dies ist in privaten Haushalten nicht zu gewährleisten. Außer man ist Millionär und hat Pfleger, Schwestern und Ärzte einfach mal angestellt.

Die Zustände in diesen Altenpflegeheimen waren Thema hier.

Aber ihr könnt ja diskutieren über was ihr wollt.
__________________
lg
Hobo
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  #14  
Old 14.08.2008, 20:11
trace
Gast
 

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Ja, der Unterschied ist bekannt, obwohl die Pflegeabteilung im Altersheim meist nur einen Flur weiter ist und der Übergang dorthin sicher fließend. Es ist und bleibt das Abstellgleis, die Endstation. Aber okay, es gibt auch die ausschließlichen Pflegeeinrichtungen. Doch was ändert das am vorher Gesagten? Darf hier jetzt nur über die zum Teil sicher vorhandenen Missstände in Pflegeeinrichtungen geschrieben werden? Worauf willst Du hinaus, hobo? Mehr Kontrolle, höhere Beiträge zur Pflegeversicherung, mehr Pflegepersonal und bessere Ausbildung, mehr Geld vom Staat? Suche nach Alternativen? Oder nur der Austausch und die gegenseitige Bestätigung solcher Misstände? Dann ist es schade, dass Fleur-Jolie nicht mehr dazu schreiben will, denn sie wäre wohl in jeder Beziehung kompetenter. Sie und ihre Mitarbeiterinnen sind es, die unter denkbar schlechten Bedingungen eine Arbeit tun, die Angehörige - aus welchen Gründen auch immer - heute kaum noch tun wollen.

Doch die Fragen und das Resumee von Mr. Bad stehen trotzdem im Raum:

"Hast du dir mal überlegt, warum die Alten in Pflegeheime kommen ?
Warum dort solche Zustände herrschen... ?
Besuchen die Angehörigen ihre Alten nicht ?
Reden die dortigen Alten nicht mit Ihren Angehörigen ?

Sry.. Solche Zustände sind nur dann möglich, wenn sich keine Sau drum kümmert."


Sie scheinen nur keinem zu gefallen...
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  #15  
Old 14.08.2008, 22:02
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Frau Elster Frau Elster is offline
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Ich hab bis vor Kurzem Patienten in Pflegeheimen und in der Psychiatrie betreut:

*Die Meisten hatten Angehörige, die sich gekümmert haben, aber mit der Pflege überfordert waren.

*Viele hatten Kämpfe mit Pflegschaft, wenn die Familienverhältnisse nicht hundertprozentig geklärt waren.

*Fraglich ist, warum die Pflegesätze bei häuslicher Pflege geringer sind als bei institutioneller Pflege. (Weiß das jemand?)

Und davon abgesehen geb ich mal noch zu bedenken:

Auf der einen Seite wird von jungen Menschen verlangt, flexibel zu sein und jeden Job - egal wo - anzunehmen. Ja, sicher entfernen sie sich von der Familie - schon geografisch. Okay, früher hat die Oma auf die Kinder aufgepasst - zählt heut nimmer.

Wohnungen sind heute akribisch nach Quadratmetern zu bezahlen: dann mal noch die Pflegeperson aufnehmen: Respekt, wer das kann. Hat auch nicht jeder eine Doppelhaushälfte, wo Platz kein Thema ist.

Und: wer - traditionell - pflegt denn die Alten, bleibt für die Kinder zu Hause und macht Abstriche von Beruf, Rentenversicherung und Berufsleben? Sind doch eh immer die Frauen; Töchter, Schwiegertöchter, Schwägerinnen usw.

Da lässt es sich prima richten von dem, der nur 'ne konservative Theorie hat, aber keine praktische Konsequenz.
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  #16  
Old 15.08.2008, 01:38
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Fleur-Jolie Fleur-Jolie is offline
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OK, ich schreibe doch etwas dazu :-)

Zum besseren Verständnis muss ich allerdings sagen, dass ich auf dem Lande lebe und hier ist die Welt noch ein kleines Stück mehr in Ordnung als in Großstädten, denke ich.
Also, warum kommen die alten Menschen ins Heim?
Sie bleiben zu hause, so lange es irgendwie geht!!! Weil sie es einfach wollen und es auch richtig so ist. Die Angehörigen ( wenn es dann welche gibt) kümmern sich schon ( denn die Nachbarn könnten ja reden ). Dann kommen die ersten Zeichen wie Herd wird nicht mehr ausgestellt, Wasserhahn läuft ununterbrochen, nachts wird die Wohnung verlassen u.s.w., schon ist der Angehörige überfordert, der ja evtl. noch arbeitet und demzufolge auch schlafen muss. Der ambulante Pflegedienst wird geordert, aber nachts ist der demente, alte Mensch wieder allein. Meistens kommt es dann zu einem Sturz, ab in die Klinik...Oberschenkelhalsfraktur, manchmal noch ein kleiner Schlaganfall dazu und....ab ins Heim.
Vom Alter haben wir noch gar nicht gesprochen... meist ist bis zum 70zigsten doch noch alles ok, na, vielleicht bis 75, aber dann beginnen einfach die Wehwehchen, ist biologisch einfach so und wenn man auch noch Glück hat, ist einem das Wort Alzheimer noch geläufig. Schlimm wird es erst, wenn man dieses Wort nicht mehr kennt ;-)
Was ich damit sagen will, ist... überlegt doch mal bitte, wie alt dann auch die Angehörigen sind, die ihren alten Menschen tag und nacht pflegen sollen? Es geht irgendwann einfach über ihre Kräfte!
Die weitaus schlimmeren Krankheiten, die es noch gibt, wollen wir hier lieber nicht beschreiben.
Glaubt mir bitte, meinen Mitarbeitern und mir ist nichts, aber auch nichts Menschliches fremd, auf Einzelheiten verzichten wir hier besser :-)
Nein, es ist den Angehörigen nicht immer zuzumuten, zu pflegen!! Manche gehen dabei zugrunde.

Und glaubt ihr vielleicht, dass es nur liebe, nette alte Menschen gibt?

Wichtig ist für mich, dass die Angehörigen ihre *Alten* zu jeder Zeit besuchen können, das Heim also keine festen Besuchszeiten hat. Und hier bei mir kommen sie wirklich oft, jedenfalls die meisten.
Und sie reden miteinander, wenn es dann noch geht, nehmen den Rollstuhl und fahren mit ihnen spazieren oder trinken einfach nur einen Kaffee zusammen.

Nun zu den Zuständen in einem Heim....
Durch meine Tätigkeit kenne ich nun wirklich viele Einrichtungen und in der heutigen Zeit kann es sich niemand mehr erlauben, sein Haus nicht ordnungsgemäß zu führen. Wir werden ständig von der Heimaufsicht (Landkreis) oder der Pflegekasse kontrolliert. Sie kommen unangemeldet ins Haus, was für mich auch total ok ist.
Uns wird der Personalschlüssel vorgeschrieben und mindestens 50% der Mitarbeiter müssen ihr 3-jähriges Examen haben, am liebsten natürlich 100 %, was gar nicht machbar ist, denn auch die Heimkosten müssen mit der Pflegekasse ausgehandelt werden. Was uns allen ganz viel zu schaffen macht, ist die Bürokratie. Wenn wir all das machen würden, was die Pflegekassen fordern, kämen wir nicht mehr zu der eigentlichen Pflege, die unsere Bewohner so nötig haben.Was ist also die Folge? Nicht einer der jährlichen Prüfungsberichte ist in Ordnung. Wir sind künftig sogar gehalten, diese Prüfberichte auf unserer Homepage zu veröffentlichen.
Wie heißt es so schön? Es ist, wie es ist!!!

Mit der Eröffnung meines Hauses habe ich eine Aufgabe übernommen und zu der stehe ich voll und ganz. Für meine Mitarbeiter und mich stehen die alten Menschen an erster Stelle, denn sie sind unsere Arbeitgeber und sie haben es einfach verdient. Dafür nehme ich auch einen weniger guten Prüfbericht in Kauf :-). Und ich bin meinen Mitarbeitern überaus dankbar für die Arbeit, die sie täglich leisten. Es ist nicht nur ein Beruf für sie, sondern eine Berufung.!!!
Anmerkung dazu: Nicht jede Krankenschwester ist auch eine Altenpflegerin.

Mr.Bad, was kann man ändern? Wir wären dankbar für ganz viele freiwillige Helfer, die in unser Haus kämen, sich mit den alten Menschen einfach ein wenig beschäftigen, sie anregen... das ist nämlich gar nicht so einfach, weil sie es oft einfach nicht wollen.
Ich habe sehr viel lernen müssen von den *Alten* *lächelt* und das ist auch gut so.
Die neuen Pflegegesetze bringen natürlich keine Besserung, hier muß grundsätzlich sehr vieles noch verändert werden.

Übrigens.. was ja gerade so durch die Medien geht... Vier 1-Euro-Kräfte arbeiten in meinem Haus... sie dürfen wirklich nur unterhalten, vorlesen, spazierengehen und absolut nichts tun, was mit der eigentlichen Pflege oder sonstigen Arbeiten in unserem Hause zusammenhängt. Aber selbst das ist schon für uns eine große Hilfe, doch kann von Ausnutzung da absolut keine Rede sein.

Wie gesagt, ich lebe auf dem Land... In einer Großstadt sieht das durch die Anonymität alles sicher etwas anders.
__________________
Den Zauber des Augenblicks können wir täglich erfahren, wenn wir offene Augen und ein offenes Herz haben - und für diesen Augenblick alles andere vergessen können!
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  #17  
Old 15.08.2008, 10:00
Mr.Bad Mr.Bad is offline
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Originally Posted by sun6262 View Post
Bad, redest Du von Dir und Deiner Familie?


Über andere urteilen ist immer sehr einfach.

Natürlich ist es in meiner Famile exakt so wie ich es hier kritisiere...
Was denkst du denn ? Oh man.




Ich kritisiere keine bestimmte Person, sondern den Zeitgeist.

Nimmst du den gutsituierten breiten Mittelstand nicht wahr ?
In welche Richtung die Weichen gestellt werden durch die öffentliche Meinung ?
Bei jeder Art "Entlastung" und "Versorgung" wird Beifall geklatscht.
Verantwortungen werden überall auf Fremde abgeschoben.
Dann wird von diesen Fremden natürlich erwartet, dass die ihre Aufgaben und Verantwortungen mindestens so ernst nehmen wie man selbst.
Nein.. Da sie ja dafür ausgebildet sind, sollen die das Ganze noch viel besser machen.. Naiv ! Auf welchem Planet muss man leben, um an sowas zu glauben ?

Naja.. Bezahlen tuts dann die z.B. Pflegeversicherung, während man natürlich daran auch was auszusetzen hat, weil es eben nicht optimal läuft.
Das hat gefälligst der Staat so zu regeln, dass es zu 101 % perfekt läuft.

Dass man selbst aber die Beiträge fürs "optimale" System nicht aufbringen will, erwartet man eine Pflegeversicherung die eine perfekte Fremdversorgung gewährleistet die irgendwer (der anonyme fremde Steuerzahler, oder die Gelddruckmaschine) finanziert...

Einerseits den erhobenen Zeigefinger, andererseits völlig konträre Handlungen..

Gelaber über Missstände, Kritik an Pflegesätzen ..blabla...

Was wollt ihr denn ?
Einen Staat der eine Pflegeversicherung so austariert, dass sie 100 % passt. Gleichzeitig soll sie nix kosten, und die fremden Leute die am Tag hundert Opas und Omas pflegen sollen, haben das gefälligst genausogut oder weitaus besser zu machen als man selbst.

Willkommen im Paradies. Naivlinge.
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  #18  
Old 15.08.2008, 15:16
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Fleur-Jolie Fleur-Jolie is offline
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Mr. Bad, fällt denn Dir eine Lösung ein?

In einem gebe ich Dir recht, immer wieder wird nach dem Staat gerufen. Weiß eigentlich noch jemand, dass der Staat wir sind, die arbeitende Bevölkerung? Demzufolge sind die Politiker unsere Angestellten !! Mehr schreibe ich lieber nicht dazu, denn das würde wieder ausarten.

Mir fällt schon eine ganze Menge ein, doch leider kann ich das nicht umsetzen.
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  #19  
Old 15.08.2008, 19:06
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Will doch mal was dazu sagen. Politiker sind mitnichten unsere Repräsentanten und schon gar nicht unsere Angestellten.

Sie sind aber leider nicht zu verhindern. Diese politischen Spielchen sind doch zum kotzen.

Und die Menschen, die sích da präsentiern, die auch, ja die kotzen mich an.

Wir alle sollten inzwischen wissen, dass alles, was vor einer Wahl gesagt wird nur Stimmenfang ist. Leider.

Trotzdem gibt es klare Vorgaben, insbesonder für Altenpflegeheime (s.o)

Der Skandal in meiner Stadt wurde von den Kindern ausgelöst.

Die "Prüfer" fanden sehr schlechte Plege, sehr schlechte Versorgung und keine gute Kommunikation.

Und Herr Bad, was du da schreibst ist mir egal. Du könntest auch das Parteiprogramm der FDP hier rein stellen. Gibt sich gar nichts.
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lg
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  #20  
Old 15.08.2008, 21:37
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Ich will von meiner Mama erzählen,

ihres Zeichens war sie Gemeindeschwester...mit Leib und Seele..
denn Pflegen.. ist nicht Beruf, das ist Berufung.....

Damals... da war die Welt noch relativ in Ordnung.

Die Gemeindeschwestern sind über Stadt und besonders über Land gefahren, haben die alten Leute (auch schwerkranke Kinder oder Behinderte) versorgt, auch als Unterstützung für die Familien ..
Bei dem einen oder anderen gabs dann Frühstück oder Mittag... auf jeden Fall war immer Zeit für ein Gespräch oder ein Tässchen Kaffee...und die Leutchen waren meist herb enttäuscht wenn meine Mama keine Zeit hatte um noch viel länger zu bleiben.
Es war nicht einfach "trocken, satt und sauber".. so wie es heutzutage im abrechenbaren Minutentakt von der Pflegeversicherung vorgeschrieben ist....
Oftmals waren die Gemeindeschwestern der einzige Ansprechpartner der alten Leute... sie waren mehr als nur die Schwester, die die tägliche Spritze gab ( oder was auch immer zu tun war). Sie waren ein Teil der "Familie".. nahmen teil an all den Sorgen, die Familie oder Patient hatten... vielfach opferten sie ihre Freizeit, nur um abends nochmal schnell reinzuschauen, wenn sie wussten, das ein Patient der alleine lebte, gerade eine depressive Phase hatte.. ( oder was auch sonst immer anlag) Sie waren der Ansprechpartner für die Familien, das Bindeglied sogar zwischen Patient und Krankenkasse oder Patient und Arzt.. sie waren Vertraute, Helfer in der Not.. sie waren immer da........mit Leib und Seele... für die Menschen, die ihnen anvertraut waren.

Dann kam die Pflegeversicherung mit ihren ganzen Vorgaben...gaben genau vor wieviel Minuten das Waschen ,Zähneputzen, Rasieren, Spritze geben dauern durfte um abrechenbar zu sein... es wurde Buch geführt über jede verbrauchte Minute.. es musste Rechenschaft abgelegt werden, wenn man es gewagt hatte, mal 5 Minuten länger bei einem Patienten zu bleiben, weil der sich sein Leid von der Seele weinen wollte....

Die Menschlichkeit blieb irgendwie erzwungenermaßen auf der Strecke...erzwungen von einer Verordnung, die es zwar gut meinte aber überhaupt nicht umsetztbar war... weil von Schreibtischtätern erdacht...
Diese Verordnungen machten nichts besser,. nichts für niemanden leichter...jendenfalls nicht für die, für die Pflege am Menschen Berufung war.

Als dann die "neuen" Schwestern frisch von der Schule kamen war deren erstes Anliegen.. wann sie Urlaub und wann sie Feierabend hätten... und sie arbeiteten wirklich nur eben diesen Vorschriftenzettel nach Vorschrift ab....

Welch ein Verlust.. für sie pflegenden Familien.. welch ein Verlust für die zu Pflegenden....
welch ein Verlust für die Gesellschaft... die nun in eine Pflegeversicherung einzahlen .. die die Leistung, die sie allen auferlegt hat und für die sie gedacht war, nicht mal selbst leisten kann........

Die Bürokratie hat so vieles auf dem Gewissen.....nun auch die Seele der Pflege ...

Nun geht das meiste Geld in die Kontrollinstanzen... und man muss froh sein, das sie da sind.... denn, wenn die nicht wären... würde es in vielen Heimen noch viel schlimmer aussehen... weil man mit den alten Leuten und genügend bösartiger Energie schließlich eine Menge Geld machen könnte.

__________________________________________ _________________

Und meine vollste Bewunderung...meinen tiefsten Dank..all denen, die sich das erhalten haben... die Berufung zur Pflege mit Leib und Seele...egal ob Beruflich oder auf privater Ebene... all denen.... denen Menschlichkeit mehr als ein Wort ist.... all denen meine tiefste Hochachtung!
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