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Ernste Diskussionen Themen mit etwas mehr "Tiefgang", welche weder so richtig in "Smalltalk" noch in "Politik & Wirtschaft" passen

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  #121  
Old 03.07.2012, 00:56
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hobo hobo is offline
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Genau, Red. Und Du hast recht. Wer es tatsächlich schafft nach langen Jahren aus dieser Krankheit heraus zu kommen, der hält sich fern. Er sollte es auch. Und es stimmt, man kann ganz schnell, selbst nur mit Kontakten oder Gesprächen wieder abstürzen. Weil natürlich immer was bleibt. Und man weckt keine schlafenden Hunde...

Ich finde es toll, dass es viele geschafft haben, ein gutes Leben zu führen. Und leider ist es richtig, dass es nicht die Psychopharmaka waren und auch nicht die teilweise hahnebüchenen Diagnosen, sondern die Willenskraft, der Lebenswille...

Leider ist das für die Betroffenen natürlich beängstigend. Ja, es ist verdammt schwer und oft kompliziert...
__________________
lg
Hobo
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  #122  
Old 03.07.2012, 07:28
Husar Husar is offline
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Hallo Hobo
Dein Zitat:Ich finde es toll, dass es viele geschafft haben, ein gutes Leben zu führen. Und leider ist es richtig, dass es nicht die Psychopharmaka waren und auch nicht die teilweise hahnebüchenen Diagnosen, sondern die Willenskraft, der Lebenswille...
----------------------------------------------------------------

Habe ich hier etwas falsch verstanden???? Warum LEIDER????
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  #123  
Old 03.07.2012, 15:00
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hobo hobo is offline
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Das "leider" bezieht sich auf den Einsatz dieser Psychopharmaka, der oft ungerechtfertigt ist und erhebliche Nebenwirkungen hat...

Es wird "leider" zu viel und zu schnell verordnet...
__________________
lg
Hobo
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  #124  
Old 03.07.2012, 19:04
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Pilot040 Pilot040 is offline
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Habe gerade auch noch mit Joanne kurz über dieses Thema am Telefon gesprochen.

Was das "Fernbleiben" nach Gesundung angeht, kann ich das aber auch gut verstehen. Wir haben das auf der Plattform (für uns leider) auch öfter Mal, dass nicht nur User aus dem Grunde gehen oder zumindest weg bleiben, sondern auch Team-Mitglieder ihren Abschied bevorzugen.
Das passiert pro Jahr so bei 1 bis 3 Personen des Teams etwa (gut, dafür rücken neue nach).

Auch eine betroffene Ärztin haben wir auf dem Wege schon verloren, was besonders schade war. Sie hat vor allen den Usern sehr, sehr viel gegeben und immer toll und einfühlsam - aber auch mit der erforderlichen "Härte", wenn zu sehr "gejammert" wurde ohne wirklich etwas ändern zu wollen - geschrieben. Denn auch das können viele BEtroffene psychischer Krankheiten sehr gut: Sich auf "ihrer" Krankheit ausruhen, alles damit entschuldigen und sich lieber bemitleiden lassen, statt etwas zu ändern!
Da konnte sie sehr gut unterscheiden und auch mal ein "Macht-Wörtchen reden", dennoch sehr einfühlsam. Das ist eine echte Gabe und wir vermissen sie sehr (ihr Mann, ebenfalls Arzt, ist noch da).


Aber es ist so, dass wenn (ehemalige) Betroffene selbst stabiler werden oder gar nahezu als "geheilt" gelten, sie das ständige Lesen im Forum wieder runterzieht und "destabilisiert".

Und genau das wollen sie sich im Vorfeld ersparen und das finde ich gut und genau richtig so. Der "Selbstschutz" sollte immer und über allem stehen.

Keine ehrenamtliche Arbeit kann SO wichtig sein, dass man sich selber darüber vernachlässigt.
Das "in sich hineinhorchen" ist enorm wichtig - und wenn einem die Forenarbeit oder das Lesen als User nicht gut tut, dann sollte man es wirklich lassen. Das sagen wir auch unserem Team ganz bewusst immer wieder ganz deutlich (einige sehen manchmal eine Art "Pflicht", die einfach nicht existiert). Der Einzelne ist wichtiger.

Diese Betroffenen genießen die eigene Stabilität und möchten verständlicherweise auch nicht mehr darüber reden, weil sie gerade beginnen die Krankheit etwas hinter sich zu lassen.
Und das ist wie gesagt wichtig und richtig so.

Auch die "Öffentlichkeitsarbeit" sollte dann nicht unbedingt so jemandem gemacht werden. Es sei denn, er fühlt sich (längere Zeit später) selber so stabil und "gesund", dass er sich das selber zutraut und über seine Geschichte berichten möchte..


Das mit den Psychopharmaka:
Ja, diese Gefahren sehe ich ebenfalls seit Langem. Zu viel und zu schnell... genau richtig formuliert.
Ich bin kein Arzt und kein Psychodoc und maße mir da eigentlich keine Kritik an, aber sehe es von Betroffenen selbst, wie "leichtfertig" Ärzte/Kliniken oft (meistens?) damit umgehen und weder Nebenwirkungen/Krontra-Indikatoren vorher abgeklopft werden, noch vor allem auf die hohe Suchtgefahr von Benzos usw. hingewiesen wird.

Gerade auch Dinge wie Tavor (für das es Alternativen gibt, die deutlich harmloser sind, aber an denen man auch weniger verdient) halte ich für sehr bedenklich, bzw. genauer den Umgang damit.
Tavor hat ein enormes und sehr schnelles "Sucht-Potenzial", dass den Patienten häufig vorher gar nicht bewusst ist oder das genannt wurde.
Das Zeug ist der Hammer und alles andere als "ungefährlich", aber man kann in Kliniken ja "sooo schön" damit ruhig stellen...

Selbst als "Bedarfs-Medi" (zur freien Verfügung) bekommen es etliche Patienten, was ich für noch bedenklicher halte. Denn die Verlockung, es in schwierigen Phasen mal selber "hoch zu dosieren", ist enorm groß. Es ist ja nun mal "da", also kann man's ja auch nehmen....

Auf der Plattform ist auch immer wieder Tavor (aber auch etliche andere Präparate) in der Diskussion... fast jeder bekommt es zunächst, neben meistens 4-8 weiteren Medikamenten (Seroquel, Lorazepam und hasse nicht gesehen).

Ich möchte das als Laie wie gesagt nicht pauschal kritisieren, habe aber oft den Eindruck, dass Ärzte sehr leichtfertig damit umgehen und vielen auch die Risiken (als Nicht-Fachleute psychischer Krankheiten) gar nicht bekannt sind.
Denn verschreiben dürfen es dennoch ALLE Ärzte, auch der "gemeine Hausarzt" ohne psychiatrische Zusatzausbildung oder spezielle Medi-Schulung..
__________________
Gruß,
Pilo



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  #125  
Old 03.07.2012, 20:49
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Ja, Tavor ist das erste, was man bekommt, wenn man in die Psychiatrie eingewiesen wird. Immerhin werden dort die anderen Medikamente die man nimmt auf Verträglichkeit überprüft.

Gefährlich sind allerdings Kombinationen von z.B. Diazepam und Tavor. Es sind beides Benzos. Es gibt natürlich noch viel mehr, aber das sind wohl die bekanntesten. Wobei Diazepam besser unter dem Namen "Valium" bekannt ist. Die richtige Bezeichnung ist auch Benzodiazepine...

Im Durchschnitt nehmen depressive Menschen, die in Behandlung sind, 4 verschieden Medikamente. Meist 2 Antidepressiva, ein Antipsychotikum und ein Schlafmittel. Wie Zolpidem. Dazu kommen "Bedarfs-Medikamente". Diese sind meist Benzodiazepine. Es gibt zwar Regeln, wie oft man die nehmen darf (10-Tage-Regel) aber wer hält sich schon daran? Zusätzlich brauchen viele "Anti-Panik" Sprays, um Hyperventilation oder Panikattacken besser zu überstehen.

Das ist schon eine ganze Menge. Erstaunlicherweise wird die Wirkung so gut wie gar nicht überwacht. Also im klinischen Sinn. Die meisten Betroffenen traben brav einmal im Quartal zum Psychiater und der fragt dann solche wichtigen Dinge ab, wie z.B. "gehts ihnen besser?". Kommt dann ein Nein, dann wird oft die Dosis erhöht. Und kommen Schmerzen dazu, dann gibts noch ein Opioid oben drauf.

Mittelfristig führt das zwangsläufig zu Organschädigungen. Von Herz-Kreislauf, zum Magen, über die Nieren bis hin zur Leber. Die Schädigungen sind meist irreparabel.

Trotzdem gibt es keine vorgeschrieben Blutuntersuchungen oder andere zyklische klinische Untersuchungen. Das ist die eine Seite.

Die andere Seite ist noch viel interessanter. Natürlich haben diese Medikamente eine starke Wirkung auf den Menschen. Es gibt Persönlichkeitsveränderungen, oft führt es zur absoluten Antriebslosigkeit, die noch nicht mal mehr die Ernährung oder Körperpflege möglich macht. Klar ist, dass ein leider nicht zu definierender Anteil der Menschen in psychiatrischen Heimen mit Vollbetreuung und ohne Aussicht auf Entlassung erst durch diese Art der "Behandlung" dahin gekommen sind. Es gibt keine Untersuchungen dazu.

Ist ja auch logisch. Da müssten ja die Verantwortlichen gegen sich selbst ermitteln. Aber ich weiche vom Thema ab. Sorry.
__________________
lg
Hobo
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  #126  
Old 03.07.2012, 23:55
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Pilot040 Pilot040 is offline
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Ja, das sind leider die üblichen und bekannten Probleme. Fast jeder Einzelne berichtet von solchen oder ähnlichen Erfahrungen mit Kliniken, Ärzten und Psychopharmaka. Oftmals wird selbst in den Kliniken vorher nicht abgeklopft, was der Patient darüber hinaus regelmäßig an Medis nimmt und ob sich das überhaupt verträgt. Von den Organ-Schädigungen einmal ganz zu schweigen... auch "Diazepam" ist nicht gerade "harmlos"....

Aber solange man selbst in Spielfilmen noch das flapsige "Geben Sie ihm/ihr mal 2 Valium, dann geht's wieder!" hört, wird sich daran wohl auch nichts ändern. Verharmlosung auf ganzer Linie...


Übrigens hatten wir gestern Abend seit längerer Zeit leider wieder eine akute Sui-Ankündigung.
Was neu daran ist, dass derjenige sogar um "Unterstützung" bittet bzw. gezielt ein "Pro-Suizid Forum" suchte, was wir dort nun beileibe nicht sind (im Gegenteil, bei uns ist bereits die bloße Ankündigung regelwidrig).

Leider auch noch nicht ausgestanden, da derjenige polizeilich bisher nicht genau lokalisiert werden konnte. Sowas bereitet einem immer mehr als Magenschmerzen.
(auch wenn ich persönlich inzwischen gelernt habe, mich davon ausreichend weit zu distanzieren, war aber nicht einfach und kann leider auch nicht Jeder im Team).
__________________
Gruß,
Pilo



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  #127  
Old 04.07.2012, 02:37
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Ja, ganz schwer. Hoffnung besteht allerdings, Pilo. Solche direkten Ankündigungen sind verzweifelte Hilfeschreie und die Chance, dass sie noch gerettet werden ist nicht schlecht, wenn auch nicht garantiert.

Wir haben die Erfahrung machen müssen, dass es andere Anzeichen gibt. Der letzte Fall ist zwei Monate her. Ein Mitglied hat sich verabschiedet und versichert, dass alles besser ist und kein Anlass mehr besteht in unserem Forum zu bleiben. Er sprang von einer Autobahnbrücke, gerade mal einen Tag später.

Bei uns sind das dann richtig schwere Zeiten. Es gibt das Phänomen der Nachahmer, es gibt Freundschaften, viele haben Telefonkontakt, einige besuchen sich sogar. Es ist der totale GAU. Wir haben zwar Rituale, wir haben einen Gedenkthread, aber es ist eben nur virtuell.

Die meisten versuchen sich gegenseitig aufzubauen. Positiv zu denken. Chancen zu beschreiben und Hilfe zu leisten, bei allen bürokratischen und anderen Dingen. Oft ist ein wenig Verständnis schon genug.

Und ja, es sind mehr als Magenschmerzen und ich kann mich nicht distanzieren. Ich fühle mich persönlich verantwortlich und sehe ein Versagen. Und es geht mir lange nicht sehr gut. Man fragt sich, wo war der Fehler? Welches Zeichen hat man nicht erkannt? Hätte man...

Ja, hätte, wäre, wenn...

Ich hoffe, dass der Betroffene überlebt hat, Pilo. Auch für Dich...
__________________
lg
Hobo
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  #128  
Old 04.07.2012, 03:43
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Danke Dir, lieber Hobo.

Bisher gibt es leider noch kein Feedback. Ich werde jetzt auch gleich ins Bett gehen.
Ja, meist ist es ein verzweifelter Hilfeschrei, aber sich darauf zu verlassen kann ein fataler Fehler sein. Davor kann immer nur wieder gewarnt werden. Man sollte jede Ankündigung gleich ernst nehmen.

Bisher gingen die Ankündigungen gut, die Fälle, in denen es wirklich passiert ist, wurden vorher bei uns nicht angekündigt und die Betreffenden waren teils auch vorher längere Zeit nicht online.
Nur vor meiner Zeit gabs einen Fall, wo es unmittelbar im Chat angekündigt und dann ach sofort ausgeführt wurde... ohne Chance auf Hilfe.

Eine unmittelbar betroffene und damals anwesende (junge) Administratorin macht sich heute noch Vorwürfe, zumal diese ihr damals auch von User-Seite gemacht wurden. Dabei konnte sie das gar nicht verhindern aus der Ferne...

Das mit eurem User tut mir sehr leid und auch die von Dir beschriebenen Gefühle und Gedanken kenne ich nur zu gut.
Aber man muss versuchen, sich davon zu befreien.
Man IST nicht schuld daran, wenn jemand sich für diesen Weg entscheiden hat! Das muss man sich immer wieder bewusst machen, auch wenns schwer ist.
Das sagen wir unseren Leuten auch immer wieder.

Man kann nur sein Möglichstes tun, um es zu verhindern. Wenn es dann trotzdem ausgeführt wird, hat man keine Chance es zu verhindern. Das hat oft nicht mal die Polizei, trotz aller Vernetzung und Hilfsmittel.

Und ja, es geht einem an die Nieren. Man kann aber lernen, sich zu einem gewissen Grad abzugrenzen. Zumindest, wenn man den Betreffenden persönlich nicht näher kennt und es ein "Name" ist. Und das ist auch wichtig, wenn man in der akuten Situation "professionell" reagieren will.
Die Polizei tut es üblicherweise auch.und nur so funktioniert Hilfe wirklich.

Wenn es zu "emotional" wird, macht man Fehler, übersieht möglicherweise etwas oder/und reagiert zu träge.
Im gestrigen Fall hat das eine junge Moderatorin freiwillig übernommen, obwohl sie selber Betroffene ist.

Und sie hat das (zu ihrem eigenen Erstaunen) sehr souverän gemeistert (bei ihr wars das erste Mal und somit für sie ganz neu).
Ich habe mich zur Verfügung gehalten und die Übernahme angeboten falls nötig/gewünscht, aber das war nun erstmalig überhaupt nicht erforderlich.
Sie hat das klasse gemacht und trotz Polizei-Angst locker gemacht.

Die Chancen stehen recht gut, ich habe ortsgenau die letzte IP zur Verfügung gestellt mit Uhrzeit, soweit kann sich derjenige nicht entfernt haben in der Zeit. Und der Ort dort ist nicht sehr groß, das dürfte machbar sein (wir habens selbst schon in Berlin geschafft).
Leider meldet die Polizei den Ausgang oft erst nach erneuter Anfrage, normal rufen sie automatisch zurück sobald es Neuigkeiten gibt.
Aber oft geht es leider unter bzw. wird vergessen.

Und dann macht man sich unnötige Sorgen und hält die Nacht durch (Polizei fragt auch meistens, ob man noch Nachts verfügbar ist falls nötig).

Hoffen wir mal das Beste, derjenige klang äußerst entschlossen und dass man ihn (wie immer in solchen Fällen) ja eh nicht abhalten könne... er hätte seinen Weg genaustens geplant und "himmlische" Unterstützung.
Ich denke, das sagt schon einiges aus....
__________________
Gruß,
Pilo



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  #129  
Old 04.07.2012, 15:11
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Danke fuer deine Antwort Hobo.

Aber wenn ich mir den Satz durchlese, hast du genau das Gegenteil beschrieben.
Aber vieleicht wolltest du mich testen, ob ich des Lesens kundig bin...

Hier noch einmal dein Zitat: Ich finde es toll, dass es viele geschafft haben, ein gutes Leben zu führen. Und leider ist es richtig, dass es nicht die Psychopharmaka waren und auch nicht die teilweise hahnebüchenen Diagnosen, sondern die Willenskraft, der Lebenswille...
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Aber egal, du hast es ja beschrieben.
Ich habe mir tatsaechlich die Muehe gemacht, mir ein solches Forum zu suchen. Habe darin einiges durchgelesen. Leider kann ich darin wenig Hilfe fuer die Betroffenen finden. Meistens ist es ein Bedauern, und Ratschlaege die vom Nichtwissen nur so sprudelt. Ich weiss auch nicht viel darueber, aber durch Hobo und Pilo ein wenig mehr. Auch ich gebe zu, dass ich frueher eher gesagt habe, mann soll den A.... hochheben, und sich nicht so haben. Das hat sich geaendert.

Nun meine Frage: Vielleicht etwas provokant, aber mit Absicht. Worin liegt der Sinn solcher Foren, wenn nur bedauert werden kann, aber nicht geholfen. Ist eben zu anonym das Ganze. Glaubt ihr ernsthaft, den Menschen helfen zu koennen??? Ich sehe hier schon, wie es euch fertig macht, wenn mal jemand "verloren" geht. Im Internet kann man ein anderer Mensch sein, als in der Realitaet. Sind Selbsthilfegruppen nicht viel besser, wenn man sich sehen kann??? Ich habe den Eindruck, ich weiss das das hart klingt, dass dort viele einsame Menschen sind, welche sich hervorheben wollen, oder bedauert werden wollen. Verzeit mir, wenn das zu hart ist, aber ich kann es nicht besser.

So ihr lieben Mitbuerger, ich werde mir ab dem Wochenende Urlaub goennen. Bleibt gesund, und denkt daran, ein Laecheln ist der kuerzeste Weg zwischen zwei Menschen.
(Hoffendlich werde ich jetzt nicht gesperrt)
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  #130  
Old 04.07.2012, 17:26
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hobo hobo is offline
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Join Date: 23.02.2008
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So ein Forum kann natürlich nicht die professionelle Hilfe ersetzen. Und das soll es auch gar nicht. Wir sehen unsere Funktion eher als "offenes Ohr". Als einen Ort, wo betroffene ganz offen über ihre Krankheit reden können, ohne dass ein Risiko besteht, dass sie stigmatisiert werden oder ähnliches.

Es ist ja so, dass Betroffene nicht durch die Welt laufen mit einem Schild um den Hals mit der Aufschrift "ich bin krank". Sie tun im Normalfall genau das Gegenteil. Sie versuchen nicht aufzufallen und sich so "normal" wie möglich zu verhalten.

Anders formuliert, sie fressen vieles in sich hinein und lassen niemanden hinter ihre Fassade blicken. Dieses Verhalten ist bei Depressionen aber gerade kontraproduktiv. Bei uns kann man das alles raus lassen. Selbst richtiges "Jammern", was ja real gar nicht geht, weil man sich schämen würde sowas zu tun, ist bei uns möglich. Und es befreit, es hilft.

Und das was Du Bedauern nennst, nennen wir Empathie. Und das ist genau das, was den meisten Betroffenen fehlt. Einfach das Gefühl, verstanden und ernst genommen zu werden. Bei uns würde neimals jemand sagen "reiss dich zusammen" oder "stell dich nicht so an".

Das ist die eine Seite. Die andere Seite sind praktische Hilfen. Z.B. so, wie es Pilo hier macht. Bei Fragen stellt er wichtige und gute Links hier ein oder auch mal Adressen oder Namen von Institutionen oder Organisationen die helfen können. Darüber hinaus verfügen wir als Community über einen reichen Erfahrungsschatz. Es gibt wenig, was neu wäre. Wir geben auch Beschreibungen von Therapieformen, z.B. was ist eine kognitive Verhaltenstherapie und ähnliches allerdings ohne Wertungen. Das kann nur ein Profi.

Also grundsätzlich geht es um "offene Ohren" und alles rauslassen zu können, was einen bedrückt und man nicht im realen Leben ansprechen kann...
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Hobo
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