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Ernste Diskussionen Themen mit etwas mehr "Tiefgang", welche weder so richtig in "Smalltalk" noch in "Politik & Wirtschaft" passen

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  #1  
Old 09.09.2013, 08:59
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Moin

Gewalt unter jungen Leuten (sagen wir mal zwischen 14 bis 22 oder 23 Jahren) als auch von jungen Leuten gegen quasi jeden ausgehend, hat es vor 10, vor 20 und vor 40 Jahren auch schon gegeben.

Ich meine hier aber keine bestimmte Art von Motorrad-Rocker, deren soziale Randgruppe mit Gewalt immer locker und fahrlässig umgegangen ist.
Auch kann man zu diesem Thema keine simplen Antworten finden, die die Populisten, die Polemiker und die moralisierenden Gutmenschen im Wahn ihrer „Kopfabhack“ Forderungen“ und sonstigen derben Strafvorstellungen immer spontan draufhaben.

Drohende Gewalt und tatsächlich vorherrschende Gewalt sind immer dann gegeben, wenn der Gewalttäter entweder vom eigenen Charakterbild her als hilflos, schwach und empathielos bezeichnet werden kann, oder wenn der Gewalttäter seine Interessen, gleich welcher Art, – wiederum auch bedingt durch eigene Schwäche und intellektuellem Defizit – hinsichtlich des Ohnmachtsgefühls sich gegenüber andere vermeintliche Schlauere und Intelligentere, nicht durchsetzen kann.

Die „szenetypischen“ Gewalttäter (und Wiederholungstäter) sind Personen mit
  • bildungsfernem Hintergrund,
  • kaum Sozialisierung von zu Hause aus, weil die Eltern ebenfalls in prekärer Weise leben,
  • Migrationshintergrund (meist türkischer und arabischer Herkunft).

Jugendgewalt ist aber auch die Folge einer Gesellschaft, die im Kern eine überzogen marktwirtschaftlich (neoliberale) Ausrichtung vorweist und worin sozial schwache Gesellschaften, z.B. H-4-Bezieher, Niedriglohnjobber und viele andere, die von der übrigen „erfolgreichen“ Gesellschaft (die Schönen, die Reichen, die Gebildeten und die Manager) ausgegrenzt werden – mit oder ohne Migrationshintergrund – und somit den Frust, die Optionslosigkeit und die auch langfristig schlechte Prognose/Perspektive durch Gewaltpotenziale „kompensieren“. Hier tut der Staat NICHTS – weil die Interessen der „Marktwirtschaft“ (und dessen Lobby) noch stärker als die der Gewalttäter sind.

Ich habe z.B. einige Jahre im Rotlichtbereich „gemanagt“ und habe direkten Einblick in diese Szene gehabt und kann die Kälte, die Rigorosität, aber auch die Hilflosigkeit, die ich bei jungen Kunden und „Jungluden“, die da meinen sie könnten mal schnell das große Geld machen, gesehen habe komplett bestätigen. Nur wenige Ausnahmen bestätigen diese Regel.



Saludos – BD
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  #2  
Old 09.09.2013, 15:28
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Mahlzeit.
Nicht grundsätzlich schlecht, dein Statement.
Ich frage mich nur, was Du damit bezwecken möchtest. Reines Mitteilungsbedürfnis oder Einladung zur Diskussion?

Gehe ich vom zweiten Punkt aus, möchte ich anmerken, dass deine Diskussionsgrundlage die Problematik recht einseitig beleuchtet und deine Schlussfolgerung dementsprechend eindimensional ausfällt.

Ich danke aber für den Einblick ins Rotlichtmillieu.
Ich werde von nun an gewalttätige Jungluden und Freier (insbesondere die nicht sozialisierten mit arabischem Migrationshintergrund) als Menschen ansehen, die in Wahrheit nur hilflos versuchen, in unserer neoliberalen Kälte zu überleben.
__________________
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  #3  
Old 09.09.2013, 19:24
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BB4S

Als du dein Statement – welches wie andere von dir veröffentlichten Statements auch – von überragend brillanter Logik und Sachkenntnis gekennzeichnet ist, im Kontext ins Forum gepinselt hast, hast du das aus dem Mitteilungsbedürfnis heraus getan oder zur Erweiterung eine Diskussion anzuheizen?

Warum antwortest du dem Verfasser des Threads, wenn es dir nicht um Inhalte, sondern um eine abgemilderte Form des Spotts und Mobbing zu Lasten des Verfassers geht?

Darf ich kein Thema hier einbringen und falls ich es doch tue, muss ich mir dann Kritik ob meines "Mitteilungsbedürfnisses" gefallen lassen?

Wäre es besser, wenn ich die Fresse halte?

Vom Rotlichtmilieu gebe ich hier keine Auskünfte, nur eine millimeterkleine persönliche Bemerkung zu Personen, die durchaus eher zur regelmäßigen Gewalt neigen als jene, die hier im Chat etwas Zeitvertreib suchen.

Und das du eher dem politisch „wert“-konservativen Flügel mit ggf. auch neoliberalen Ansätzen zuzuordnen und sicherlich auch ein Merkel-Befürworter bist – so wie die meisten (konservativen) hier im Chat – würde mich, sofern es so wäre, nicht überraschen.

Wenn Albert Einstein nicht der Autor der Relativitätstheorie gewesen wäre, spätestens du, BB4S, hättest sie dann „ersonnen“, formulieren und erklären können. Sei froh, dass du einen unendlich großen Verstand hast, BB4S – denn so Blödmänner wie ich können ein solches Niveau NIE erreichen. Ich beneide dich.

Mit tiefster Verehrung und in der Hoffnung von dir über das Universum aufgeklärt zu werden, auch wenn ich zu blöd bin dies alles zu begreifen,

BD
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  #4  
Old 09.09.2013, 21:10
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Hi.
Danke für die Blumen, aber ich finde du übertreibst.
Ich habe geantwortet, weil ich mich freue, wen es Leute gibt, die diese Plattform weiterhin nutzen und lebendig halten.
Ich kenne und schätze dich als polarisierenden Provokateur und traue dir zu, dich gegen diese subtile Mobbingattacke zur Wehr zu setzen und wie man sieht, kannst du das ja auch. (Nebenbei oute ich mich damit als Mobber.)

Deine Texte zeugen in der Regel von einer gewissen Polemik, die durchaus überzeugend wirken kann und wenn meine persönliche Meinung deiner entgegensteht, werfe ich halt gern meine Ansichten mit in den Topf. Außerdem mag ich Wortgefechte und du schienst dich als würdiger Gegner anzubieten.
Verzeihung, wenn ich deinen Text missgedeutet hatte.
So.
Fertig mit der Vorrede.

Inhaltlich möchte ich ergänzen, dass deine Ausführungen zwar vermutlich richtig und auch belegbar sind, dein Blickwinkel aber große Gesellschaftsschichten und viele andere Faktoren aus Unkenntnis ausklammert oder bewusst unterschlägt. Letzteres traue ich dir übrigens durchaus zu. Insofern bin ich etwas sensibel mit deinem Text.
Ich fasse also mal kurzerhand zusammen, wie ich ihn aufgefasst habe und ergänze meine Anmerkungen:

1. Gewalt unter jungen Leuten hat es immer schon gegeben.

Richtig. Mal mehr, mal weniger, im Verlauf der Geschichte.
Meiner Meinung nach nehmen das Ausmaß an Gewaltbereitschaft und die Schwere der Verletzungen bei Konflikten allgemein zu. In sozialen Randgruppen liegt die Gewaltbereitschaft naturbedingt meist höher als im Schnitt, da das Konflikt- und Frustrationspotential wesentlich höher liegt. Normal...

2. Gewalt ist immer dann gegeben, wenn der Gewalttäter folgende Eigenschaften hat:
hilflos, schwach intellektuelles Defizit, Ohnmachtsgefühl, bildungsferner Hintergrund, kaum Sozialisierung, prekäre Lebensweise, Migrationshintergrund (meist türkischer und arabischer Herkunft).
Das ist 100% Bildzeitungsniveau und so wie es da steht schlichtweg falsch.
Aber richtig ist, dass Menschen, die in einer sozialen Randgruppe aufwachsen und die oben genannten Merkmale aufweisen, wesentlich schneller zu körperlicher Gewalt neigen.
Es gibt jedoch eine Vielzahl an anderen Faktoren und Gründen, warum ein Mensch egal welcher Herkunft und sozialen Schicht gewalttätig wird, und oft auch wiederholt. Man kann nun anfangen, den Einfluss von Medien, Werbung, Internet, PC-Spielen aufzuzählen, religiöse Konflikte, kulturelle Einflüsse, gesellschaftlichen Druck und 1000 andere Dinge zu benennen.
Fakt ist: Die Mischung machts.

3. Jugendgewalt ist die Folge einer marktwirtschaftlich (neoliberalen) Gesellschaft.
Steht These 1 entgegen und kann ich so nicht bestätigen.
aber: Medien, Markt & Co. bieten durchaus einen guten Nährboden für Gewaltphantasien und deren Befriedigung.
Was wäre die logische Konsequenz? Zensur? Gibts doch längst. (*lol* )

4. Der Staat tut NICHTS – weil die Interessen der „Marktwirtschaft“ (und dessen Lobby) noch stärker als die der Gewalttäter sind.

Das ist so ebenfalls nicht richtig. Der Staat hat durchaus ein Interesse an Nachwuchs. Er investiert nur nicht genug für eine flächendeckend grundlegend gute Förderung und bietet keine angemessenen Strukturen. Da sind wir uns einig. Wie die nun aussehen sollten, wie man sie finanziert und welche grundlegenden Multikultidiskussionen dann geführt werden müssen, möcht ich mir hier gar nicht vorstellen.

Von daher:
Gutes, erwähnenswertes Thema!
Aber ich kann diese Vorurteile und so´n "auf-die-Kacke-hauen" einfach nicht unkommentiert lassen.
Nix für ungut.


PS: Politisch würd ich mich als linksliberalen, sozialdemokratischen Ökopazifisten bezeichnen und Frau Merkel und Roth bekommen meine Stimme nicht mehr, weil sie einfach nicht mehr so sexy wie früher sind.
__________________
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  #5  
Old 10.09.2013, 12:03
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Moin
Moin BB4S

Tjaaaaa – mit diesen deinen Anmerkungen kann ich gut leben, BB4S. Einen Vorteil – sicher noch einige mehr – hast du; nämlich den, dass man bei dir trotz sonstiger Kontroverse, Ironie und Sarkasmus (ich bediene mich ähnlicher „Polemik“ ) eine demokratische, manchmal sogar respektvolle Art ableiten kann. Alles das sind hilfreiche Parameter, um auch mit nicht ganz einfachen Themen eine dynamische Diskussion betreiben zu können.

Die stets gleiche Meinung der Teilnehmer wäre langweilig, denn niemand könnte etwas beitragen, außer gegenseitigem Schulterklopfen.
Hmmm – ein sozialdemokratischer Ökopazifist bist du? Muss ich jetzt mal so glauben. Dass du jedoch mutmaßlich Merkel & Konsorten mal gewählt hast, muss ich dir leider verübeln.

Was die Jugendgewalt angeht bleibe ich bei meinem „BILD“-Zeitungs-Niveau. Keine Ahnung, wann ich zuletzt mal in eine BILD reingeschaut habe, wenn du es aber so sagst, muss was dran sein.
Nur, die vielen jungen Schläger-Fuzzis, die ich über Jahre hinweg im Redlight als auch anderswo erlebt habe und die insgesamt gesehen eine 2-stellige Zahl an Knast abgesessen haben und einige von denen werden 100 Pro wieder dort landen, denen ist/war ihr rustikales Verhalten egal. Späteres BILD-Niveau hin oder her. 70-80% davon waren Migranten (Türken, Marokkaner, Libanesen, Albaner, etc.). Bildung? Tja, die verstehen darunter etwas anderes als vielleicht einer, der so aussieht und so spricht wie z.B. der Karl Lauterbach von der SPD. Die wenigen „Deutschland angepassten“ bleiben eine Ausnahme. Für diese Jungs zählt ihr archaisches Männerbild und bestimmte Interessen werden, sofern es nicht gewaltfrei geht, eben mit Methoden vielfältiger Gewalt buchstäblich durchgeprügelt. Wer da keine Ahnung hat wie man sich selbstverteidigt – das aber auch keine Garantie für vollkommenden Schutz ist – hat von vornherein verloren.

So sieht die Praxis zumindest in einigen Stadtteilen bestimmter Großstädte aus. Hinzu kommt noch das rechte Neo-Nazi-Pack, vorwiegend in den „neuen“ Bundesländern aufzufinden und agierend, die mit den sicherlich vorhandenen Problemen der zunehmenden Migration in Deutschland besonders wenig anfangen können. Die sind noch faschistisch geprägt/infiltriert. Und so weiter, und so fort.

Klar, auch Medien und ein manchmal zu laxer (unbedeutender) Umgang mit der Wertevermittlung sind mit unter verantwortlich dafür, dass das Thema der Gewalt und damit zusammenhängende Körperverletzungen bis zu Todesfolgen zumindest bei Tätern kaum noch als ein Unrecht wahrgenommen werden. Das Unrechtbewusstsein fehlt. Dafür kennen sie sich besser darin aus, welche Rechte sie haben und wie sie zu erwartende Strafen abmildern können.

Es ist und bleibt ein komplexes Thema - selbst für Fachleute.

Stimmt – ich provoziere und polemisiere gerne. Mal mehr, mal weniger. Ich tue das auch deswegen, nicht um jemanden zu verarschen, sondern um Bewegung und Interesse an vielfältigen Themen „abzuverlangen“.
Der durchschnittliche Spießer und die Mainstream angepassten Langweiler – von denen gibt’s auch im Forum bzw. im Chat reichlich – klar, die können damit nix anfangen und bevor die sich z.B. Priols „Neues aus der Anstalt“ ansehen, grölen die lieber zu Mario Barths Proletenwitze und finden das ausgesprochen geil.


Saludos – BD

Last edited by BlackDesaster; 10.09.2013 at 12:07..
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  #6  
Old 25.09.2013, 22:29
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schaut "Neues aus der Anstalt" öfters - schade dass die Hauptakteure aufhören..
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  #7  
Old 01.10.2013, 17:50
joanne joanne is offline
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Hallo BlackDesaster und BB4S, zu eurer diskussion des themas Jugendgewalt
möchte ich noch etwas sagen. Ich las
den text gerade nochmal durch. Dabei fiel mir bei BBD's benutzung des be-
griffes "Fehlen von Unrechtbewusstsein"
sofort ein, dass ich genau die gleiche
formulierung empfand für das oft nach
kriegsende gehörte " das war EIN FEHLER, was wir mit den juden ge-
macht haben"; es war ja doch ein VERBRECHEN!! einen fehler kann man
oft wieder gut machen, in einem schul-
heft sogar weg-,ausradieren. Genau
genommen bleibt das ziel das selbe, nur der weg dahin war ein FEHLER, besagen solche worte, die aus entspre-
chender innerer einstellung kommen.
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