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Ernste Diskussionen Themen mit etwas mehr "Tiefgang", welche weder so richtig in "Smalltalk" noch in "Politik & Wirtschaft" passen

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  #31  
Old 08.12.2009, 22:02
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Ich freue mich darüber, dass hier jemand zum Thema schreibt. Wobei natürlich immer der fade Geschmack da ist, man schreibt hier über MEINE Krankheit. Die so hartnäckig unverständlich ist für die "Gesunden".

@Blues

Ja, treffender und besser ist es nicht zu formulieren. Ich hatte den gleichen Werdegang, erst burn-out, übergangen, dann noch ein ptbs drauf und fertig. Mein Problem ist, dass die AD´s nicht helfen. Sie wirken nicht. Schlaftabletten ja, aber die helfen nicht, hauen mich nur um. Ich sag mal, die Geige ist zerbrochen. Keine Musik mehr.

Die soziale Komponente ist mir ehrlich gesagt recht egal. Ich bin zu Hause. Hab eine kräftige Soziophopie und will nicht raus. Kann auch nicht. Wer Panikattacken kennt und schon mal umgefallen ist, weil die Sauerstoffversorgung anfängt zu spinnen, der weiß was ich meine. Ich vermeide jeden sozialen Kontakt, bin natürlich andererseits gezwungen z.B. Korrespondenzen mit Ämtern und Behörden zu führen. Das geht nicht. Mir wurde in Aussicht gestellt, dass sich der Psycho-Soziale Dienst kümmert. Ja, irgendwann im Januar wohl.

Das heißt, ich bin da alleine, da hilft dir niemand. Aber es stört mich gar nicht wirklich.

Ich empfinde es so: ich sitze auf der Empore, wie die beiden bei den Muppets, ich schaue meinem Leben zu. Aber leider kann ich nicht mitwirken. Bin halt nur ein Zuschauer. Ich kann kaum eingreifen, ich kann nichts steuern, ich schaue hinterher. Es vergeht und nimmt mich nicht mit, mein Leben. Ist ein anderes Bild, die Geige hab ich sehr gut verstanden und auch genauso empfunden. Aber egal, Diagnose ist jetzt chronisiert oder so ähnlich (heißt: nicht medikamentös behandelbar). Das wars wohl für mich.

@Sun

Um Himmels willen, nein!!! Auch ich hab das Stoppschild bekommen. Aber es führt konsequenterweise zum Tod. Man steigt dann aus, wie so viele. Es hilft nicht, im Gegenteil, es ist fast ein Todesurteil.

@Red

Stimmt, was Du schreibst. Und ja, es bleibt ein Trümmerfeld, das Leben, das man kannte, dass man mal gelebt hat, in meinem Fall mal eben 55 Jahre, das ist zerstört. Restlos. Nichts ist über, kein Stein mehr auf dem anderen.

Leider hatte ich das Stoppschild gesehen und bin einfach weiter gefahren. Weil man ja stark ist. Oder glaubt es.

Und ich bin fast sicher, dass ich dem Druck nicht ewig standhalten kann. Auch wenn ich kämpfe, mit allem was noch da ist und was ich noch habe. Der ist mächtig und stark. Und vielleicht wäre das auch ok. Dann ist Ruhe...
__________________
lg
Hobo
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Old 09.12.2009, 00:46
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Leider sind auch heutzutage sehr häufig die Therapeuten mit der Thematik überfordert oder haben für ihre Anvertrauten keine oder wenig Zeit.
Ebenso viele der Kliniken, offensichtlich gibt es dabei Unterschiede in der "Qualität" wie Tag und Nacht.

Und die Betroffenen werden sehr häufig mit immer wieder nur mit Neuroleptika, "Benzos" usw usw. "ruhig gestellt" statt ihnen wirklich dort zu helfen, wo es nötig ist.

Wir erleben es jeden Tag auf der Plattform, auch die Folgen von übermäßigem Konsum von Tavor, Zyprexa, Seroquel & Co.
Bei uns dreht es sich zwar nicht nur um Depressionen (sondern hauptsächlich BL), aber trotzdem tauchen sie bei fast allen Betroffenen mindestens zusätzlich auf, teils in ihrer stärksten Form.

Bei psychischen Erkrankungen sind die Grenzen extrem fließend, man kann nicht (wie früher meist geschehen) in "Schwarz-Weiß Raster" abgrenzen und aufteilen.
Auch die BL-Betroffenen haben längst nicht alle ein einheitliches Krankheitsbild, sondern diese Formen psychischer Instabilität bestehen fast immer aus einer Vielzahl, einem Konglomerat aus Einzel-Diagnosen der Schlüssel F60.0 bis F69.

Aber es gibt dort nicht nur schlechte Nachrichten und Berichte von Betroffenen.
Im Gegenteil: Dank moderner Therapie-Methoden wie der DBT und der Vergabe von "Skills", Kriseninterventionen usw usw. konnte und kann sehr vielen Betroffenen geholfen werden.

Nicht nur durch "ruhig stellen" per Medikamente, sondern per aktiver Hilfe für ein lebenswertes Leben und ein "Herauskommen" aus dem berühmten "Teufelskreis", in dem sich fast alle Erkrankten befinden.
Auch das bewusste Suchen nach den schönen Dingen im Leben, vielen Kleinigkeiten denen man normal keine Beachtung schenkt, kann dabei helfen.

Nur muss natürlich (wie auch bei anderen Krankheiten) der Patient selber wollen und aktiv mitarbeiten, eine Hoffnung auf Besserung sehen. Ansonsten wird sich am Zustand nichts ändern.
Aber diese Hoffnung gibt es. Die Auslöser sind vielfältig, oftmals posttraumatisch hervorgerufen, sehr oft auch (wie ich ganz oben schon beschrieb) durch extreme, frühkindliche Erfahrungen (das klingt zwar immer wie im schlechten Film oder "Psychater-Geschwafel", aber in sehr vielen Fällen ist da tatsächlich was dran).

In vielen Fällen sind es eben auch extreme Verbrechen/Handlungen, die an kleinsten Kindern begangen wurden und die im späteren Leben durch Nichts und Niemanden wieder gutzumachen sind. Betroffene leiden dann ein Leben lang darunter!
Ich habe dort z.B. ein 19-jähriges Mädchen, mit dem ich zur Zeit fast täglich lange telefoniere, sie gehört zu unserem Team.

Sie hat es einige Jahre verdrängt bez. es war ihr egal, was ihr mit 8 Jahren passiert ist.
Nur in den letzten Wochen wird es ihr durch vorweihnachtliche Familien-Treffen immer wieder extrem bewusst, die Vergangenheit holt sie ein, da sie Denjenigen nun laufend bei ihren Eltern usw. trifft (denen sie sich nicht anvertrauen kann).

Seitdem ist sie wieder extrem suizidal und pumpt sich fast täglich mit Alkohol, Tabletten und teils auch Drogen voll. Sie kann einfach nicht mehr und sieht keinen Ausweg aus dem Kreis, weil sie auch von ihrer Therapeutin im Stich gelassen wird bzw. diese damit überfordert ist.
Es ist ganz schlimm und ich leide in solchen Fällen jedesmal extrem mit,, ohne selber wirklich helfen zu können.
Ich bin da kein Fachmann und kann immer nur raten, sich dann andere, bessere Hilfe zu suchen und sich Menschen anzuvertrauen und darüber zu reden, wenn schon die zugeteilte Thera ihr nicht helfen kann.
Selbst wenn es nicht die Eltern oder Angehörigen, sondern Bekannte oder andere Fachleute sind.

Aber auch das Zuhören, sich Zeit nehmen und manch einfacher Rat helfen in solchen Situationen den Betroffenen enorm, mehr als wir uns als "Gesunde" manchmal vorstellen können.

Und diese Art von Hilfe kann eigentlich Jeder erbringen, Jeder kann zuhören oder auch mal trösten, wenn es angebracht ist. Das hat nichts mit "falschem Mitleid" zu tun und wird auch von den Betroffenen nicht so aufgefasst.

Also ich kann wirklich nur Mut machen, im Alltag sich selbst für derartige Dinge und betroffene Menschen zu sensibilisieren und das nicht zu ignorieren, bagatellisieren oder einfach wegzugucken.
Denn letztendlich kann es wie gesagt JEDEN einmal betreffen, früher oder später...
Erstrecht in unserer heutigen Zeit mit all ihren Problemen und menschlichem Egoismus..
__________________
Gruß,
Pilo



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  #33  
Old 09.12.2009, 03:41
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@Pilot

irgendwer sagte mal, man kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen.

Ok, ist wohl in einem Forum nicht möglich bei einem Thema in einem Thread zu bleiben. Sun schreibt plötzlich von adh und Pilot von BL.

Und dann vom Willen der Betroffenen sich da raus zu holen.

Ja, da ist er wieder. Wenn die nur "wollen", dann kommen die auch alle da wieder raus. Wenn nicht, dann halt vor den Schnellzug.

Nicht bös gemeint Pilo, aber werf doch nicht alles hier rein, BL ist grundsätzlich anders als Majordepression. Solltest Du wissen und absolut nicht vergleichbar. Mir tut das weh, weil ich mich in einem undiffenzierten Pott von psychisch Kranken wiederfinde, die mit meiner Krankheit ja nun mal nichts zu tun haben.

Ich habe inzwischen viele Kontakte mit BLerinnen, gibt ja kaum männliche. Es hat nichts mit meiner Krankheit zu tun. Und um auf das Ausgangsthema zurück zu kommen auch nicht, mit dem Auslöser für diesen Selbstmord. BLs reden jeden Tag über Suizid, aber weniger als 1% tun es. Und die waren letztendlich depressiv geworden.

Möchte euch den Thread ja nicht vermiesen. Aber bitte etwas bei der Sache bleiben. Ich hätte verdammt viel über BLerinnen zu schreiben. Aber das war hier nicht gemeint.

Und Sun, ADH auch nicht.

Hiermit könnt ihr mal sehen, wie man einen depressiven Menschen verletzen kann. Habt ihr fein gemacht. Einfach mal auf die gleiche ebene stellen mit anderen Krankheiten. Ist ja alles das gleiche, oder?

Für mich ist das sehr enttäuschend und auch frustrierend....
__________________
lg
Hobo
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  #34  
Old 09.12.2009, 05:11
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Das tut mir leid, Hobo, denn so war das absolut nicht gemeint.
Und schon gar nicht sollte es verletzen, das läge mir absolut fern.

Nur die Grenzen sind da eben (wie weiter oben schon beschrieben) teils recht fließend, und auch wenn ein Depressiver nicht zwangsläufig etwas mit BL zu tun haben muss, so sind doch umgekehrt BLer fast immer auch zusätzlich von schweren und schwersten Depressionen betroffen. Daher die Erwähnung hier.

Mir ist auch völlig bewusst, wie verschoben dann eben die Wahrnehmungen sind und das man dazu neigt, alles sofort (negativ) auf sich selbst zu projezieren.
Aber so ist es eben vom "Gegenüber" selten bis nie gemeint, man hat nur den Eindruck verletzt zu werden oder "negativ angesehen" zu werden, auch wenn dem gar nicht so ist.
Umgekehrt ist es oft für eien Nicht-Betroffenen unheimlich schwer, sich so auszudrücken das es eben nicht verletzend rüberkommt. Halt weil man einfach nicht weiß, was in dem Moment als "verletzend" empfunden wird und was nicht.
Sieh es vielleicht auch mal von der Warte aus.

Sehr oft greift eben auch Eins ins Andere über bzw. hängt teilweise eben doch eng zusammen. Was natürlich nicht heißt, dass Jeder von ALLEM betroffen ist oder auf "eine Ebene gestellt" werden soll, beileibe nicht. Nur strikt von vornherein trennen kann man das eben auch nicht.

Nicht umsonst haben all diese Foren (auch das dortige) innerhalb ihrer "Spezialisierung" auch Unterforen zum Thema Depressionen, Angst & Panik-Attacken usw.

Und den Menschen hilft es, sich unter Mit-Betroffenen austauschen zu können, auch wenn der Andere evtl. ein abweichendes Krankheitsbild oder gänzlich andere Probleme hat.
Und es sind auch reichlich Interessierte, Angehörige und Betroffene mit "Nicht-BL Bezug", dafür evtl. reinen Depressionen (wie Du) dort vertreten, die sich ebenfalls "heimisch" und gut aufgehoben fühlen.
Einfach weil sie dort offen reden und sich austauschen können, ohne Angst vor Stigmatisierung, Unverständnis usw. haben zu müssen.

Denn dort versteht man Ängste und mit Depressionen verbundene Schwierigkeiten, anders als oftmals in der "Öffentlichkeit" üblich.
"Verletzen" soll das keinesfalls.
Und was "männliche Betroffene" angeht: Ja, sie sind zwar (zumindest bei uns dort) im Verhältnis seltener, das stimmt schon.
Aber trotzdem mit einer sehr hohen Zahl vertreten, auch wenn die Frauen und Mädchen tatsächlich in der Überzahl sind.
Selbst 3 männliche Team-Mitglieder sind betroffen, ein 4. hat eine betroffene Frau (ebenfalls im Team) und ist selber Arzt, wie sie auch.

Also bitte nicht als "Angriff" oder "alles in einen Topf werfen" verstehen, so war es wirklich nicht gemeint. Und ich bin recht sicher, auch Sun wollte bestimmt nicht AD(H)S allgemein mit Depressionen vergleichen.

Ich finde es aber trotzdem toll, das man auch hier mal über solche Themen ernst reden kann, ohne das zwischendurch "blöde Sprüche oder Kommentare" kommen.
Das fände ICH sonst wiederum WIRKLICH verletzend.
Aber bisher waren die Antworten alle ernst und (zumindest halbwegs) zum Thema, was mich schon sehr freut.
__________________
Gruß,
Pilo



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  #35  
Old 09.12.2009, 10:10
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Moin

Ich zitiere mal den „Piloten“:

>> Ich finde es aber trotzdem toll, das man auch hier mal über solche Themen ernst reden kann, ohne das zwischendurch "blöde Sprüche oder Kommentare" kommen.
Das fände ICH sonst wiederum WIRKLICH verletzend.
Aber bisher waren die Antworten alle ernst und (zumindest halbwegs) zum Thema, was mich schon sehr freut. <<

Dem schließe ich mich ohne Relativierung an.
In der Tat hat man auf spöttische oder sonst in einer Weise unpassende Bemerkungen zu diesem Thema verzichtet. Das finde ich recht ungewöhnlich, weil man hier doch offensichtlich einen respektvollen Umgang mit diesem unglaublich komplexen Thema wichtiger fand als „Spaß an der Freud“.

Bislang habe ich geglaubt zu wissen, was Depressionen sind, obwohl ich glücklicherweise davon nie betroffen war. Doch jetzt muss ich sagen, nicht wegen diesem Thema hier im Forum, sondern auch durch den Versuch mir Wissen dazu anzueignen, dass ich doch nichts darüber wusste. Mir blieb oft die Spucke weg, je mehr ich davon gelesen habe.

Ich bin teils tief beeindruckt, gleichermaßen auch fassungslos. Und wenn ich dann jene Zeitgenossen sehe, die mit Mobbing und anderen demoralisierenden Maßnahmen andere fix und fertig machen wollen, teils aus „Spaß an der Freud“, also nur mal so, oder aus Gründen der eigenen Karrieresteigerung, tja, dann schwillt mir mal wieder der Kamm und meine Muskeln verspannen sich so seltsam. . .

Ich kann hobo nur meine Hochachtung als auch Empathie zum Ausdruck bringen, dass er hier so klar darüber gesprochen hat und auch Red, dem Piloten als auch Blues danke ich für ihre konkreten und tiefgängigen Beiträge. Ja und überhaupt. . . .

So gesehen war die Eröffnung dieses Threads die Sache auf jeden Fall wert.

Saludos – BS77
(der ausnahmsweise mal die Bälle flach hält)
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  #36  
Old 09.12.2009, 11:18
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Originally Posted by hobo View Post
Ich habe lange nachgedacht, ob ich hier antworten soll oder nicht.

Noch hab ich meine Darter. Die stehen hinter mir. Hab halt Glück.

Ich meine natürlich die Endstufe, die Majordepression, die nicht zu bekämpfen ist mit pillen...

Sorry, ich wollte gar nicht schreiben, aber ich bin sauer. Wenn man betroffen ist und man liest Urteile über sein Leben von Menschen, die mal 3 Artikel dazu gelesen haben, dann ist das schwer.

Ein müder Hobo hofft, dass ihr mal nachdenkt...
Ich habe mich mal wieder hier durchgelesen und bin erstaunt darüber, dass ein höchst deppressiver Mensch so lange Beiträge über sich und sein Leiden schreibt und vor allem im so einen algemein-Forum wie dieses.

Dass ein betroffener noch Spass überhaupt und speziel auf und in so eine Gemeinschaft wie das von Darten, haben kann.

Dass er "sauer" werden kann. Das er solche Smiles verwendet, wenn überhaupt.

Für mich sieht das aus nach eine sehr wohl behandelbare Deppression aus, sogar nach Anzeichen dass der Mensch aus allen Kräften versucht sich selber aus der miese Lage zu befreien, dass er kämpft.

Das alles sind GEFÜHLE was du da beschreibst Hobo und Gefühle zu haben und sie zu erkennen ist ein prima Zeichen ! Denk du mal darüber nach!

Gruß Meg
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  #37  
Old 10.12.2009, 01:05
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das Problem. Ich nenne es jetzt mal "Schein und Sein".

Und gleich vorangeschickt, es ist nicht persönlich gemeint, es ist nur der Reflex, den man halt entwickelt.

Es ist ein Vorurteil, dass Betroffene nicht schreiben können. Ich schreibe gerade ein Buch, andere haben das schon und, um es deutlich zu sagen, die Krankheit brennt keine Gehirnzellen weg. Also ist in dieser Richtung alles möglich, wenn man denn mal dran gehen kann. Im übrigen wird das Schreiben in der Therapie häufig eingesetzt, insbesondere bei Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht "darüber" reden können.

Ich bin seit 12 Jahren Mitglied in einem Dartverein. Wir sind gut befreundet.

Smilies werden oft bei der Anmeldung in die Signatur gesetzt, so wie meiner, der da schon Jahre ist.

Gefühle sind ein nicht abschaltbarer Bestandteil unseres Lebens. Depressive Menschen fühlen anders, aber natürlich fühlen sie. Ich sehe noch Enke lachend bei seinem letzten Spiel. 2 Tage später war er Tot, der Abschiedsbrief war schon geschrieben...

Hm, was bleibt jetzt über?

Schein oder Sein, aber ich hatte es schon geschrieben. Ich mag es, wenn "Spezialisten" meine Krankheit mit ihren Worten so treffend beschreiben und am besten auch noch gleich die Behandlungsmethode mit präsentieren.

Trotzdem danke für die Beiträge hier, sie machen mich schlauer. Ansonsten schreibe ich nur in einem Forum von und für Depressive. Es ist natürlich anders da, aber es ist reizvoll auch in einem allgemeinen Forum darüber zu schreiben und zu lesen.
__________________
lg
Hobo
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  #38  
Old 10.12.2009, 01:55
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Hab noch mal alles im Zusammenhang gelesen.

Ich bitte Euch meine Beiträge hier nicht persönlich aufzufassen. Das wärs ja, dass ich noch User hier verletze oder beleidige. Das möchte ich nicht.

Leider musste ich vieles erleben, was ich nicht erleben wollte und einiges, so glaube ich es zumindest (und nur ich) konnte ich hier finden in der ein oder anderen Form.

Und ich meine damit alle, die sich hier beteiligt haben. Wir neigen dazu schnell zu unterstellen, dass man uns nicht verstehen will/kann. Ist leider so. Also nochmal, ich finde es klasse, dass sich hier überhaupt jemand traut, über so ein schwieriges Thema zu schreiben. Lasst euch von meinen manchmal bissigen Kommentaren nicht verunsichern.
__________________
lg
Hobo
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  #39  
Old 11.12.2009, 22:48
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Menoh! ich schrieb: "denk darüber nach" und nicht schreib darüber!
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  #40  
Old 12.12.2009, 04:06
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Schreiben ist wichtig. Es ist verarbeiten, es ist festhalten von Gedanken, es ist kommunizieren. Wenn auch einseitig. Es ist auch sich wehren, für andere sprechen, versuchen aus der Ecke zu kommen, gehört zu werden. All das ist Schreiben. Wobei es schwer ist das Niveau zu halten. Egal von welcher Seite aus. Für manche ist es der letzte Notausgang. Wir haben in unserem Forum mindestens einen Sui pro Monat. Ja, viele haben noch kurz zuvor geschrieben, haben noch einen Hilferuf gesandt. Wir haben ihn verstanden und alles versucht und geschrieben, geschrieben, geschrieben. Umsonst. Dann können wir eine Weile nicht mehr schreiben, wir haben dafür einen Gedenkthread. Da lassen wir unsere Trauer raus. Ja, das alles ist Schreiben.

Es ist wichtig. Für mich jedoch ist es der Versuch euch da draußen zu sagen, was es heißt diese Krankheit zu haben. Leider bin ich wohl nicht gut darin.

Und ja, ich hab drüber "nachgedacht". Freut mich, wenn Du lachen konntest.
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